Unser Feminismus ist antirassistisch!

Unter dem Motto „Nicht in unserem Namen! Kein Feminismus ohne Antirassismus“ ruft das Berliner Bündnis gegen Rechts gemeinsam mit vielen weiteren Initiativen, Bündnissen und Parteien an diesem Samstag, den 17. Februar, um 14 Uhr zu Kundgebungen rund um den Mehringplatz (U Hallesches Tor) in Kreuzberg auf.

Grund für diese Proteste ist der von einem AfD-Mitglied angemeldete sogenannte „Frauenmarsch zum Kanzleramt“. Der pseudoemanzipatorische Frauenmarsch verbreitet rassistisches Gedankengut, indem eine Gefahr für vornehmlich weiß-europäische Frauen* von Männern mit Migrationserfahrung behauptet und sexuelle Gewalt mit Herkunft verknüpft wird. Frauen*rechte dienen damit nur als Vorwand für rassistische Propaganda.

Die Gegen-Kundgebungen des Berliner Bündnisses gegen Rechts wollen ein klares Zeichen setzen: Für ein solidarisches und offenes Miteinander, für Feminismus und gegen Rassismus.

Wir solidarisieren uns mit den Gegen-Protesten des Berliner Bündnis gegen Rechts und stellen uns entschieden gegen jeden Versuch, geschlechtsspezifische Gewalt rassistisch zu erklären. Für uns steht fest: Gewalt gegen Frauen* muss man mit dem Kampf gegen frauen*verachtende Ideologien begegnen. Misogynie [1], Sexismus und das chauvinistische Patriarchat sind nicht pauschal kulturspezifisch. Um es auf eine kurze Formel zu bringen: Frauen*feindlichkeit und geschlechtsspezifische Gewalt finden sich hier und überall. Es muss unsere Aufgabe sein, geschlechtsspezifischer Gewalt im Speziellen und struktureller, physischer und psychischer geschlechtsspezifischer Unterdrückung im Allgemeinen entschieden zu begegnen, ohne dabei in die unterkomplexe rassistische Falle rechter Hetzer*innen zu treten.

Die Gegen-Kundgebungen beginnen um 14 Uhr am Mehringplatz/Ecke Gitschiner Straße. Beim Gegenbündnis dabei sind auch Grüne und die Grüne Jugend. Auch unser Neuköllner Kreisverband setzt ein starkes grünes, antirassistisches und feministisches Zeichen für eine progressive Gesellschaft ohne Rassismus und geschlechtsspezifische Unterdrückung.

Weitere Infos zu den Kundgebungen findet ihr auf der Seite des Berliner Bündnisses gegen Rechts und in der Facebook-Veranstaltung. Mobilisiert in eurem Freund*innen- und Bekanntenkreis und macht deutlich, dass für rassistische Hetze und chauvinistisch-patriarchale Ideologien kein Platz ist! Feminismus geht nur mit Antirassismus.

Grün-lila Grüße,

Der Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln

[1] Misogynie bezeichnet bewusste und unbewusste Einstellungsmuster, die Frauen* in ihrer Wertigkeit unter die Wertigkeit von Männern* stellt. Ihr zu Grunde liegt somit eine frauen*feindliche Hierarchie der Geschlechter, die auf die Einstellungen und Handlungen eines Menschen ausstrahlt.