Integration durch Bildung

Samira Tanana, Listenplatz 3 unserer Kandidat*innen für die BVV, erklärt, wie staatliche und ehrenamtliche Hilfe sich bei der Integration durch Bildung ergänzen können.

In unserer heutigen Gesellschaft ist es wichtiger als sonst, die Bildung zu fördern. Wir haben im letzten Jahr vermehrt geflüchtete Menschen aufgenommen, die aufgrund von Krieg und Terror ihr Heimatland verlassen mussten. Diese Menschen haben hier eine Willkommenskultur erfahren wie nur in wenigen anderen europäischen Ländern.

Jetzt muss es mit der Integration weitergehen, wir dürfen nicht stehen bleiben. Dazu bedarf es einer guten Bildung. Durch die Förderung von Bildungsmaßnahmen erleichtert man den neuen Mitbürger*innen den Zugang zu vielen Bereichen des Lebens. Diese Menschen fühlen sich von der Gesellschaft angenommen und gebraucht.

Ehrenamtliche Arbeit fördern

Eine gute und effektive Bildungsarbeit kann auch mithilfe von Vereinen, Institutionen oder Verbänden gut geleistet werden. Gerade in Berlin haben ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in Vereinen oft einen eigenen Migrationshintergrund, der den Zugang zu diesen Menschen erleichtert. Sie müssen aber gefördert werden, um professionelle Arbeit leisten zu können. Es gibt viele öffentliche Fördermöglichkeiten, die diesen Vereinen zugute kommen sollten, denn ihre Projekte – z.B. Sprachkurse, Patenschaften oder regelmäßige Begegnungscafés, Kunst- oder Sportprojekte – leisten eine gute Integrationsarbeit für die Geflüchte-ten.

Diese erfahren nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch Vergleiche der kulturellen Identitäten. Sie erfahren mehr über die deutsche Gesellschaft. Ein Bürger, der in Deutschland geboren ist und einen Migrationshintergrund hat, kann diese Vergleiche besser vermitteln. Es ist wichtig, dass diese Menschen viel über Deutschland erfahren, wie die Geschichte Deutschlands und Berlins, das Bildungssystem, die deutsche Politik. Durch die theoretische und praktische Erfahrung fördert dies die Integrationsfähigkeit.

Offenheit auf beiden Seiten

Bei den Teilnehmer*innen setzt dies eine Offenheit und Bereitschaft zur Selbstreflexion voraus sowie eine gewisse Motivation und Freude daran, Neues zu lernen, zu reflektieren und sich mit anderen auszutauschen. Es soll ein Wir-Gefühl geschaffen werden, das es ihnen unter anderem ermöglichen soll, die Opferrolle zu verlassen, vermehrt positives Denken zu entwickeln und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Doch Integration durch Bildung kann nur gelingen, wenn der Staat bereit ist, darin zu investieren. Auch die Medien heutzutage spielen eine große Rolle, was die Stigmatisierung von fremden Kulturen betrifft. Es sollte mehr Positives berichtet werden, mehr die Erfolge der Gesellschaft gezeigt werden. Durch Vorbilder und positive Erfahrungen können die Geflüchteten besser erreicht und motiviert werden. Motivation ist ein großer Indikator für erfolgreiches Lernen und Teilhabe an der Gesellschaft. Davon können alle Beteiligten nur profitieren.

 

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