Kostenloses Schulessen an Neuköllner Grundschulen auch während Corona

Seit Mitte Dezember sind Schulen in Neukölln geschlossen. Dass damit auch das kostenlose Schulessen wegfällt, bedeutet für viele Familien eine zusätzliche finanzielle Belastung.

Die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln beschloss am 27. Januar 2021 deshalb einen von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Neukölln initiierten Antrag (2146/XX), der gemeinsam mit den Fraktionen von SPD und DIE LINKE eingebracht wurde: Das Bezirksamt Neukölln soll prüfen, wie während des Distanz- und Wechselunterrichts ein kostenfreies Mittagessensangebot für Schüler*innen an Neuköllner Grundschulen weiterhin angeboten werden kann.

Mit dem Antrag bitten die Fraktionen das Bezirksamt, „pandemiekonforme“ Varianten wie zum Beispiel Lunchpakete zur Abholung oder Auslieferung an die Schüler*innen zu prüfen. Schulleitungen und Caterer sollen in die Planung einbezogen werden.

André Schulze, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion in der BVV Neukölln erklärt:

„Der Lockdown trifft besonders finanziell schwache Familien: Distanzunterricht ist eine riesige Herausforderung, wenn Kinder auf engem Wohnraum lernen müssen oder technische Ausstattung und Internetverbindung fehlen. Zusätzlich fällt das kostenlose Mittagessen in der Schule aus. Für viele Kinder in Neukölln ist das Mittagessen in der Schule die einzige warme und gesunde Mahlzeit am Tag. Wir dürfen nicht zulassen, dass der Lockdown soziale Ungleichheiten auf den Schultern von Kindern in Neukölln noch weiter verstärkt.“

Mit der Einführung des kostenfreien Mittagessens an Berliner Grundschulen durch die Rot-Rot-Grüne Landesregierung im Jahr 2019 wurde sichergestellt, dass alle Schüler*innen ein Mittagessen bekommen und Familien mit geringem Einkommen finanziell entlastet werden. Die Einführung des kostenfreien Mittagessens an Neuköllner Grundschulen wurde von der Grünen Fraktion in der BVV Neukölln mit Nachdruck begleitet.

Mit dem Antrag unterstützt die Grüne Fraktion in der BVV auch die Forderungen von Grünen Familien- und Bildungspolitiker*innen auf Berliner Landesebene. Am 25. Januar 2021 erklärte Nina Stahr, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, in einer Pressemitteilung:

„Der Hartz-IV-Satz ist zu knapp bemessen; eine grundsätzliche Anhebung auf den tatsächlichen Bedarf ist dringend notwendig. Wir wollen deshalb, dass die Gelder, die im Haushalt für das kostenlose Schulmittagessen eingestellt sind, für ein ‚Corona-Catering‘ verwendet werden. Damit sollen Familien im Hartz-IV-Bezug mit Essen versorgt werden. Die Bezirke sollen hierzu mit den Schulcaterern abstimmen, welche Lösungen vor Ort umsetzbar sind.“ 

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Jutta Brennauer
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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