Listenplatz 25
Als ich vor fast elf Jahren als Studentin nach Neukölln zog, wollte hier niemand, den ich kannte, wohnen. Das hat sich mittlerweile geändert, jedenfalls was den Norden betrifft. Das bringt Schönes, aber auch Probleme mit sich. Der sich u.a. durch Zweckentfremdung verknappende Wohnraum und die insgesamt steigende Nachfrage nach Wohnungen haben zu dramatischen Mietsteigerungen geführt. Wer auf ALG II angewiesen ist oder kein regelmäßiges Einkommen hat, dafür aber vielleicht reichlich Kinder, hat so gut wie keine Chance mehr, innerhalb des eigenen Kiezes eine Wohnung zu finden. Der Bezirk muss in Zukunft die wenigen Mittel, die er zur Verfügung hat, um die Verdrängung einzudämmen, voll ausschöpfen. Es darf keine Ghettoisierung in arme und reiche Teile des Bezirks geben. Die soziale, ethnische und kulturelle Vielfalt macht unseren lebendigen Bezirk aus.
Buschkowsky & Co. sind solche Probleme egal. Aus seiner Sicht ist es nur zu begrüßen, wenn solvente Menschen Neukölln bereichern. Die Kehrseite der Medaille sieht er nicht. Gleichzeitig bringt der übergriffige Bezirksbürgermeister die Jugendarbeit in Neukölln ernsthaft und langfristig in Gefahr - und das aus Unkenntnis moderner kommunaler Haushaltspolitik verbunden mit machtpolitischem Kalkül. Durch Willkürakte macht er den Trägern der Jugendhilfe, den engagierten SozialarbeiterInnen und den Jugendlichen seit über einem Jahr das Leben schwer. Wir wissen aber, dass es in jeder Hinsicht dumm ist, an der präventiven Jugendarbeit zu sparen. Die Rechnung dafür zahlen die Jugendlichen, der Bezirk und die Gesamtgesellschaft, die die Folgen solch kurzsichtiger Politik tragen muss.
Neukölln ist meine Heimat geworden, seine Menschen sind ganz besonders. Viele engagieren sich seit Jahren mit viel persönlichem Einsatz für die Verbesserung der Lebensumstände in Neukölln. Ich will hier bleiben und ich will, dass das auch meine NachbarInnen können. Und ich will, dass das Jugendressort auch in den nächsten fünf Jahren in grüner Hand bleibt, weil in diesem Bezirk nur wir konsequent für Prävention durch Jugendhilfe statt Symptombekämpfung, für Unterstützung statt Sanktion stehen.
Im Zweifel für Neukölln.
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Mi, 16 Mai 2012 11:31:48 +0200
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Di, 15 Mai 2012 10:23:58 +0200
Heute Abend laden wir wieder ab 18 Uhr zum Neuentreffen in die Geschäftsstelle. Danach (19 Uhr) gehts in der... http://t.co/dlDUUtDJ
Di, 08 Mai 2012 19:25:38 +0200
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