Sollte dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

     
Header

In eigener Sache

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir freuen uns, Ihnen und Euch mit unserem „Stacheligen Infobrief“ wieder spannende Neuigkeiten aus der Neuköllner Bezirkspolitik präsentieren zu können.

Zwölf Monate im Jahr gestalten wir aktiv und kreativ Politik. In Jahren wie diesen werden gefühlt drei Monate zusätzlich Wahlkampf organisiert. Es ist schön zu erleben, wie viele uns dabei unterstützen, Schwarz-Gelb abzulösen. Wir schaffen so Platz für eine ökologische, soziale und solidarische Politik für alle Menschen. 

Klar ist: Die kommenden beiden Wochen sind extrem wichtig sind, gerade um unentschlossene Neuköllner_innen davon zu überzeugen, dass der grüne Weg der nachhaltige Weg ist. Wir bitten Euch deshalb alle, unseren Wahlkampf aktiv mitzugestalten und Euch an unseren Ständen, beim Verteilen auf der Straße und in Briefkästen oder bei den vielen Veranstaltungen zu beteiligen. Wir haben die Regierung satt, die uns Stillstand und Blockade als Fortschritt verkaufen will. Wir wollen ein Neukölln für alle und mit allen, die hier leben. Dafür kämpfen bis zum 22. September - und natürlich darüber hinaus! 

In dieser Newsletter-Ausgabe berichten wir unter anderem von der Enthüllung unseres einzigartigen Wahlplakats von der Neuköllner Künstlerin Maki Shimizu. Wir blicken außerdem zurück auf zwei spannende Sommermonate mit Kiezgesprächen von unserer Direktkandidatin Anja Kofbinger. Zwei davon behandelten den Optionszwang und die Partizipation von zugewanderten Menschen. Ersteren wollen wir abschaffen, letztere verbessern. In gleich vier Kiezgesprächen und einem wegweisenden Bündnistreffen diskutierten wir mit Bürger_innen über wirksame Strategien gegen steigende Mieten. Schließlich berichten wir von der letzten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Mittwoch, den 28. August 2013, auf der die geplante Unterkunft für Geflüchtete in Britz im Mittelpunkt stand.

Viel Freude beim Lesen wünscht

Christian Hoffmann, Mitglied des Vorstandes  

Aktuelles aus dem Kiez

„Multikulti ist gescheiter“: unser Kunstplakat für Neukölln

Der Grüne Landesvorsitzende Daniel Wesener und unsere Neuköllner Direktkandidatin Anja Kofbinger enthüllten am Maybachufer unser Kunstplakat für die Bundestagswahl. Die Neuköllner Künstlerin Maki Shimizu hat das Plakat entworfen und gestaltet. Es zeigt den Facettenreichtum des Stadtteils, das politische und zivilgesellschaftliche Engagement seiner Bürger_innen und das nachbarschaftliche Zusammenleben von Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen. Das Plakat ist ein Gegenbild zur These, dass Multikulti gescheitert sei. Das Plakat in voller Auflösung gibt es hier.

Zur Künstlerin:

Maki Shimizu, 1981 geboren in Tokyo, studierte in Japan Freie Kunst mit Schwerpunkt Drucktechnik. Danach absolvierte sie ein Studium zur Grafikdesignerin an der FH Bielefeld. Seit 2006 lebt und arbeitet sie als Künstlerin in Berlin. Ihre Webseite: www.makishimizu.de. „Seit acht Jahren wohne ich hier in Neukölln", sagte Maki Shimizu bei der Präsentation des Plakats. „Mit diesem Wimmelbild wollte ich Gegenwart und auch Zukunft von unserem Kiez zeichnen. Ich saß für dieses Plakat an verschiedenen Ecken, auf der Straße und habe Menschen beobachtet und so ist das Bild entstanden."

Nicht nur das Kunstplakat von Maki Shimizu haben wir Grünen in Neukölln selbst entworfen. Auch das Plakat zum Doppelpass stammt von uns. Neukölln ist eben nicht überall, sondern etwas ganz Besonderes!

Dario Sarmadi

Nach oben

Optionszwang abschaffen, Partizipation ermöglichen

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe Kiezgespräche diskutierten wir in diesem Sommer gleich zwei Mal über die Abschaffung des Optionszwangs, das kommunale Wahlrecht und die Partizipationsmöglichkeiten für Zugewanderte. Die Themen liegen uns Grünen schon immer am Herzen – und insbesondere jetzt, da wir die Chance haben, nach einem Regierungswechsel im Bund die hiesige Zuwanderungspolitik gerechter und menschlicher zu gestalten.

Der Optionszwang stand im Mittelpunkt des Kiezgesprächs im Verein Sivasl Canlar. Gäste waren die Grüne partizipationspolitische Sprecherin im Abgeordnetenhaus Susanna Kahlefeld und der migrationspolitische Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion Memet Kiliç. Bis 2020 werden sich rund 300.000 Jugendliche mit dem Erreichen des 23. Lebensjahres entscheiden müssen, ob sie den Pass aus dem Heimatland ihrer Eltern oder den deutschen Pass behalten wollen. Von Geburt an hatten sie zwei Pässe – und wir wollen, dass das so bleibt. Der Optionszwang hat nicht nur verfassungsrechtliche Probleme geschaffen, er wirft auch weitere grundsätzliche Fragen auf: Er unterstellt, dass ein Mensch mit zwei Pässen und somit zwei "staatlichen Identitäten" dem deutschen Staat gegenüber nicht ausreichend loyal eingestellt ist und damit eine potentielle Gefahr darstellt.

In seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion konnte Mehmet Kiliç auch die Fragen beantworten, wie es unter einer rot-grünen Bundesregierung zum Optionsmodell kommen konnte, obwohl die Grünen immer für den Doppelpass gekämpft haben. Damals musste dem neuen Staatsangehörigkeitsgesetz im Bundesrat zugestimmt werden, wo eine eigene rot-grüne Mehrheit nicht vorhanden war. Unter bestimmten Voraussetzungen wollte aber die FDP, die in Rheinland-Pfalz in einer sozial-liberalen Koalition war, dem Gesetz zustimmen. Die Bedingung war die Einführung des Optionszwangs.

Beim zweiten Kiezgespräch Mitte August in der Villa Rixdorf diskutierten zum gleichen Thema Susanna Kahlefeld und Paula Riester, Fraktionssprecherin der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg und Bundestagskandidatin. Paula Riester erinnerte daran, dass mit der Einführung des Rechts auf Mehrstaatlichkeit für EU-Bürger_innen und der Schaffung von Ausnahmeregelungen für einige Nicht-EU-Länder Mehrstaatlichkeit zunehmend die Regel sei. Dies gelte jedoch nicht für die über 20.000 in Neukölln lebenden Menschen mit türkischem Pass.

Susanna Kahlefeld betonte die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Zuwanderungspolitik: weg vom Integrationsbegriff hin zu echter Partizipation. Zuwanderer_innen sollten sich nicht anpassen müssen, sondern teilhaben an der Gesellschaft, dessen Teil sie sind. Ausländische Abschlüsse würden in Deutschland trotz Fachkräftemangel dennoch kaum anerkannt. Zudem seien Migrant_innen-Selbstorganisationen chronisch unterfinanziert, obwohl sie wertvolle Arbeit leisteten, etwa Menschen in ihrer jeweiligen Muttersprache betreuen.

Wir Grünen fordern generell die Akzeptanz von Mehrstaatlichkeit und ein Recht auf echte Partizipation. Wir setzen uns gegen den Optionszwang und für ein kommunales Wahlrecht für alle ein. Denn wo Menschen wohnen, muss mitbestimmt werden dürfen, unabhängig vom Pass. Mit Blick auf die aktuellen Geschehnisse in Marzahn-Hellersdorf empfinden wir auch die von uns geforderte Abschaffung des Asylbewerber_innenleistungsgesetzes dringender denn je, auch der Residenzpflicht, den Arbeitsverboten und der unmenschlichen Abschiebehaft muss endlich ein Ende gesetzt werden. Deshalb am 22. September GRÜN wählen!

Julia Maria Sonnenburg und Dario Sarmadi

Nach oben
 

„Wir bleiben alle": Engagement gegen steigende Mieten

Durch die massiven Mietsteigerungen in den letzten Jahren - insbesondere in Nord-Neukölln - sehen sich immer mehr einkommensschwache Menschen zum Wegzug gezwungen. Ein wichtiges Ereignis im Kampf gegen diese Verdrängung war die Auftaktveranstaltung des neuen Aktionsbündnisses gegen steigende Mieten in Neukölln am 12. August. Weit über hundert Menschen – Anwohner_innen, Vertreter_innen von Initiativen, Vereinen, Quartiersräten und Politiker_innen – kamen in die vor kurzem neu eröffnete Quartiershalle an der Rütlistraße, um sich auszutauschen und zu vernetzen. In Arbeitsgruppen und Diskussionen wurden Möglichkeiten und Instrumente auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene erörtert, die dazu beitragen können, die Mietschraube zu stoppen. Die dankenswerte Initiative für dieses so notwendige Bündnis ging aus vom Quartiersrat im Reuterkiez, wo diese Entwicklung schon lange sehr deutlich spürbar ist. Neben vielen Mieter_innen-Inis und -Vereinen sowie engagierten Einzelpersonen beteiligen sich auch einige der Neuköllner Parteien am neuen Bündnis - unter anderem wir Grünen. Weitere Informationen zum Bündnis bezahlbare Mieten und den Beteiligungsmöglichkeiten gibt es hier: www.mietenbuendnis.de

Über die enormen Veränderungen in unseren Kiezen sprachen unsere Direktkandidatin Anja Kofbinger und Susanna Kahlefeld, partizipationspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, auch mit vielen interessierten und betroffenen Bürger_innen bei unseren vier Kiezgesprächen zu diesem Thema. Bereits im Juni diskutierten wir im Aky und im WerkStadt Kulturverein e.V. mit der mietenpolitischen Sprecherin unserer Abgeordnetenhausfraktion Katrin Schmidberger über die massiv steigenden Mieten. Im August führten wir das Thema im Café Sandmann mit dem Grünen Neuköllner Sozialstadtrat Bernd Szczepanski und dem sozialpolitischen Sprecher unserer Abgeordnetenhausfraktion Martin Beck sowie in den Kindl Stuben mit Vorstandssprecherin Francisca Fackeldey fort.

Francisca Fackeldey berichtete von der Aktion Sonnenallee, die eine Bürger_innenbeteiligung bei der Entwicklung des Sanierungsgebiets Sonnenalle ermöglicht. In Bezug auf Partizipationschancen betonte Susanna Kahlefeld auch die wichtige Rolle des Quartiersmanagements, das die Strukturen bietet, verschiedene Menschen einzubinden. Besonders wichtig sei jedoch eine aktive Mietenpolitik, um die Verdrängung zu stoppen. Bernd Szczepanski berichtete, dass dem Bezirksamt in hohem Maße Kapazitäten fehlten, um dem stark gestiegenen Bedarf an Hilfe gerecht zu werden. Immer mehr Menschen verlören ihre Wohnungen. Meist seien es Leistungsempfänger_innen, darunter oft Familien mit Kindern, deren erhöhte Mietzahlungen das Jobcenter nicht mehr übernähme. Martin Beck wies darauf hin, dass Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, innerhalb des S-Bahnrings kaum noch Wohnungen fänden.

Doch keine_r soll ein Zuhause hier oder anderswo aufgeben müssen, weil die Miete plötzlich viel zu hoch ist. Jeder Mensch hat das Recht auf angemessenen Wohnraum, das ist in Artikel 28 der Berliner Verfassung verankert. Wir wollen Milieuschutzgebiete in Neukölln einrichten und Neuvermietungsmieten, die Erhöhung von Bestandsmieten sowie die Umwandlung von Miet- in Eigentums- oder Ferienwohnungen stärker begrenzen. Beim Neubau von Wohnraum müssen Kontingente an günstigen Wohnungen für einkommensschwache Haushalte geschafft werden. Die wichtigen mietpolitischen Weichenstellungen sind jedoch auf Bundesebene angesiedelt. Nur mit einem Machtwechsel können wir durch eine Gesetzreform Mieter_innen wieder besser schützen!

Julia Maria Sonnenburg

Nach oben

Neues aus der BVV

Die erste Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nach der politischen Sommerpause traf sich am Mittwoch, den 28. August 2013 ausnahmsweise im Bezirksamt Treptow-Köpenick, da der BVV-Saal des Neuköllner Rathauses renoviert wird. Trotz ungewohnter Umgebung diskutierten die Neuköllner Politiker_innen gewohnt heftig – denn es stand viel auf dem Spiel: In Britz wird Anfang des nächsten Jahres eine temporäre Flüchtlingsunterkunft gebaut. Eigentlich wollen alle Fraktionen verhindern, dass es zu Ausschreitungen wie in Marzahn-Hellersdorf kommt. Doch CDU und SPD haben es verschlafen, bereits im Vorfeld ein klares politisches Signal für den Flüchtlingsschutz und die Menschenrechte auszusenden. Die BVV stand kurz wenige Millimeter vor einem Eklat.

Nach oben
 

Flüchtlinge in Britz: Vorerst kein klares politisches Signal

„Zustände wie in Marzahn-Hellersdorf wird es bei uns nicht geben", versicherte Heinz Buschkowsky den Bezirksverordneten und dem anwesenden Publikum. Der Bürgermeister ist optimistisch, dass das Bezirksamt unter anderem mit Informationsblättern und Diskussionsveranstaltungen die Zustimmung der betroffenen Bewohner_innen für die geplante Flüchtlingsunterkunft gewinnen wird. Die Fraktionen der Grünen, der Linken und der Piraten wollen sich darauf nicht verlassen. In den vergangenen Monaten machten verschiedene Gruppen in Neukölln vermehrt Stimmung gegen den Zuzug von geflüchteten Menschen. So instrumentalisierten Rechtsextremist_innen das Thema für ihre rassistischen Zwecke. Und auch die CDU hat sich im vergangenen Jahr gegen einen geplanten Standort für eine Flüchtlingsunterbringung ausgesprochen und damit die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Teilen Neuköllns befördert.

„Wir brauchen ein klares politisches Signal aus der BVV: Die Flüchtlinge sind in Neukölln willkommen, das müssen wir klarstellen", sagte die Grüne Fraktionsvorsitzende Gabi Vonnekold und bat die Zählgemeinschaft aus CDU und SPD eine entsprechende Entschließung von Grünen, Piraten und Linken mitzutragen. Der vorliegende Text war im Vergleich zur Ursprungsfassung kürzer und abstrakter. Man wollte der SPD und CDU entgegen kommen, um eine gemeinsame Entschließung verabschieden zu können. Laut dem Fraktionsvorsitzenden der Piraten Steffen Burger hat die SPD den finalen Text seit mehreren Tagen vorliegen gehabt. Doch es sei nicht möglich gewesen, einen Kompromiss zu finden. Auch in der BVV gab es vorerst keine Einigkeit.

Die SPD beantragte die Entschließung in die Ausschüsse zu überweisen und dort weiter zu diskutieren. Worüber denn überhaupt noch diskutieren, fragte die Grüne Bezirksverordnete Hanna Schuhmacher. Das „Recht auf Asyl" als Grundrecht unserer Verfassung? Die geflüchteten Menschen in „der Späthstraße willkommen zu heißen"? Oder „Flüchtlinge von rechter Hetze und politischer Gewalt zu schützen", wie es in der Entschließung heißt? Der Vorstoß der Grünen, Linken und Piraten spricht eine klare Sprache: Flüchtlinge benötigen Schutz – und den erhalten sie bei uns in Neukölln.

Nach oben
 

SPD/CDU: Mehr Abstand zwischen Flüchtlingsunterkunft und Anwohner_innen

Ein Argument der Zählgemeinschaft, die Entschließung nicht mitzutragen: Teile des Textes habe sie in der Begründung eines eigenen Antrages übernommen. Der Antrag selbst spricht aber eine andere Sprache: Sowohl die Flüchtlinge als auch die „stark gemischte Bevölkerung" seien eine große „Herausforderung". In der ersten Version des Antrags sprachen die Verfasser_innen sogar von "Belastungen".

Der Bezirk sei zwar verpflichtet, sich an der Aufnahme von geflüchteten Menschen in Berlin zu beteiligen. „Allerdings sollte die Bebauung nur im östlichen Teil in Richtung Kanal erfolgen, um die anliegende Bevölkerung durch den Heimbetrieb nicht zusätzlich zu beeinträchtigen und um Ängste und Ressentiments zu verringern", heißt es. Die Pläne sind symptomatisch für die Integrationspolitik der Neuköllner Zählgemeinschaft. Diese ist zum Scheitern verurteilt, wenn versucht wird, den Kontakt zwischen Neuankömmlingen und Anwohner_innen von vornherein zu unterbinden. Wenn CDU und SPD ihr Vorhaben damit begründen, dass eine "stark vermischte" Gemeinschaft und flüchtende Menschen Lasten für Neukölln seien, dann schüren sie damit nur Vorurteile. So etwas verhindert das Verständnis zwischen den Menschen und fördert die Angst vor allem Fremden.

Mit den Stimmen der Zählgemeinschaft nahm die BVV den Antrag an, ungeachtet der Aussagen von Sozialstadtrat Bernd Szczepanski, wonach die geplante Containerunterkunft nur im westlichen Teil des Geländes gebaut werden könne. Das hätten Eigentümer und Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGESO) bereits vereinbart. Der Antrag stellt klar: Die Mehrkosten durch Umbauplanungen und Leitungsverlegung übernimmt der Bezirk – doch wie hoch diese sind und wie lange sich der Baubeginn damit verzögert, ist unklar. Anfang 2014 werden die Container errichtet. Bis zum Ende des Jahres 2015 sollen darin rund 400 geflüchtete Menschen wohnen.

Nach oben
 

Nazi-Jugendtreff in Rudow: Polizei agiert im Alleingang

Ein Jugendtreff von Rechtsextremist_innen war Gegenstand einer Großen Anfrage der Grünen und Linken. Der Treffpunkt konnte sich unbemerkt von der Öffentlichkeit etablieren, weil Behörden lieber im Geheimen ermitteln wollten. Seine Existenz wurde erst bekannt durch die Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus. Bereits vor der Sommerpause gab Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) eine dürftige Antwort auf eine Mündlichen Anfrage der SPD-Fraktion, ob dem Bezirksamt der Nazi-Treffpunkt bekannt sei: Dem Bezirksamt lägen keine Informationen vor. Auch auf die Große Anfrage der Grünen blieb Liecke einsilbig: "keine näheren Erkenntnisse". Sozialstadtrat Szczepanski als Beauftragter des Bezirksamtes gegen Rechtsextremismus machte in der Sitzung deutlich: Die Polizei mauert. Es gäbe Anweisungen "von ganz oben", das Thema geheim zu halten. Wer aufmuckt, hätte mit "Konsequenzen zu rechnen".

Alle Fraktionen in der BVV waren sich einig, dass die Politik über diesen Treffpunkt informiert werden muss. Den Kampf gegen Rechtsextremismus dürfe und könne die Polizei nicht im Alleingang übernehmen. Besonders die Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, brauchen diese Informationen, sowohl für ihre Arbeit als auch für ihren eigenen Schutz. Die Bezirksverordneten wollen sich nun gemeinsam an die polizeilichen Behörden wenden und um detaillierte Auskunft bitten.

Nach oben
 

Umsteiger_innen in Neukölln: Knapp 100 Schüler_innen scheitern an Probejahr

Die Grüne Bezirksverordnete Mahi Christians-Roshanai wandte sich an das Bezirksamt, um auf die Situation von Neuköllner "Umsteiger_innen" aufmerksam zu machen. Umsteiger_innen sind Schüler_innen, die das Probejahr am Gymnasium nicht bestehen und im Anschluss gesonderte Klassen besuchen müssen. Laut Bildungsstadträtin Franziska Giffey (SPD) gibt es in diesem Schuljahr 98 Umsteiger_innen, 80 davon aus Neuköllner Gymnasien. Gründe hierfür seien vielfältig, etwa Lern- und Verhaltensdefizite, Konzentrationsschwächen, aber auch Überforderung, sagte Giffey.

Die Grüne Fraktion stellt seit mehr als einem Jahr Anfragen und Anträge zu dem Thema und kritisiert, dass Umsteiger_innen in den Sonderklassen stigmatisiert werden. Präventionsmaßnahmen sind an den Gymnasien nicht etabliert. Wer die verlangte Leistung nicht erbringt, muss die Schule nach dem Probejahr verlassen. Die Lerndefizite müssen diagnostiziert werden und entsprechende Lernförderung führt nur dann zum Erfolg, wenn diese auf die Schüler_innen angepasst ist.

Fragestellerin Mahi Christians-Roshanai erklärte, dass die Gymnasien sich der heterogenen Schüler_innenschaft stellen müssten: „Die Schulen sollten sich von dem Glauben verabschieden, dass die alleinige Schuld für schlechte Schulnoten nur bei den Schüler_innen selbst liegt." Die Rahmenbedingungen müssten sich an die heterogene Schüler_innenschaft anpassen und nicht umgekehrt, sagte Christians-Roshanai. „Neuköllns Schüler_innen verfügen über ein unglaubliches Potenzial. Im Probejahr sollten sie positiv motiviert werden, damit sie kraftvoll ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben gehen können.“

Dario Sarmadi

Nach oben

Weiteres

100 % Tempelhofer Feld geht in die zweite Runde

28.147 Menschen stimmten für den Erhalt des Tempelhofer Feldes – ein überwältigendes Erfolg der ersten Stufe des Volksbegehrens 100% Tempelhofer Feld. Für die zweite Stufe möchte die Bürger_inneninitiative 280.000 Unterschriften innerhalb der nächsten vier Monate sammeln. Erforderlich wären eigentlich nur 174.000 Unterschriften von wahlberechtigten Berliner_innen. Los geht es am 15. September mit einer Auftaktdemo um 14 Uhr auf dem Tempelhofer Feld.

In den letzten Monaten hat der Berliner Senat die Wünsche von tausenden Menschen nicht beachtet. Der Gesetzentwurf der Initiative THF 100 % wurde nicht angenommen, es wurden auch keine ernsthaften Alternativen zu den bisher vorliegenden Planungen vorgelegt. Der Senat scheint momentan an seinen Plänen der massiven Bebauung des Geländes festhalten zu wollen.

Die Vorstellungen der Neuköllner Grünen decken sich nicht zu 100 % mit den Vorstellungen der Initiative, da wir uns die Prüfung einer teilweise, behutsamen Bebauung mit Sport- und Schulinfrastruktur im Bereich der Oderstraße und eine Erweiterung des muslimischen Friedhofs am Columbiadamm vorstellen können.

Warum unterstützen wir dennoch das Volksbegehren? Ein arroganter Senat, der völlig unbekümmert vom heftigen Gegenwind seitens der Bürger_innen dieser Stadt die Zerstörung des Tempelhofer Feldes voran treibt, ist für uns nicht tragbar. Die bisherige Bürger_innenbeteiligung verdient diesen Namen nicht. Nicht viel mehr als Makulatur ist zu erkennen. Bisher ist nicht erkennbar, dass der Wille der Berliner_innen wirklich gehört wird. Wir wollen keine Verwertung von zentralen urbanen Freiräumen unter reinen monetären Gesichtspunkten. Wir wollen keinen Grünstreifen der Moneten, sondern ein Feld für die Menschen Berlins und ihre Gäste. 

Mehr Informationen zum Volksbegehren und zu den Möglichkeiten, mitzumachen gibt es unter www.thf.100.de.

Christian Hoffmann, Mitglied des Vorstandes

Nach oben

Termine

öffentliche Sitzung der Grünen BVV-Fraktion: 09. September 2013, 19:30 Uhr, Rathaus Neukölln, Raum A 308, Karl-Marx-Str. 83, 12043 Berlin

Bürger_innensprechstunde unserer Abgeordneten Anja Kofbinger: 11. September 2013, 17-18 Uhr, Grüne Geschäftsstelle, Berthelsdorfer Str. 9, 12043 Berlin

Treffen von GewerkschaftsGrün Berlin & Brandenburg: 12. September 2013, 19 Uhr, Grüne Geschäftsstelle

öffentliche Sitzung der Grünen BVV-Fraktion: 16. September 2013, 19:30 Uhr, Rathaus Neukölln, Raum A 308, Karl-Marx-Str. 83, 12043 Berlin

Treffen der Bezirksgruppe: 24. September 2013, 19 Uhr, Grüne Geschäftsstelle, Themen werden in Kürze auf unserer Webseite bekannt gegeben.

öffentliche Sitzung der BVV Neukölln: 18. September 2013, 17 Uhr, wegen Renovierungsarbeiten im Bezirksamt Treptow-Köpenick, BVV-Saal Raum 217/218, Neue Krugallee 4, 12435 Berlin

Bürger_innensprechstunde unserer Abgeordneten Susanna Kahlefeld: 23. September 2013, 17-18:30 Uhr, Umweltconsulting Seminaretage, Neckarstr. 5, 12053 Berlin

Treffen der AG Stadtentwicklung: 26. September 2013, 19 Uhr, Grüne Geschäftsstelle

Die Termine der einzelnen BVV-Ausschüsse sind hier auf den Seiten des Bezirksamtes zu finden. 

 

 

Nach oben

Impressum

Verantwortlich gemäß § 5 Telemediengesetz (TMD):

Bündnis 90/Die Grünen Neukölln
Berthelsdorfer Str. 9
12043 Berlin

Redaktion:

Sabrina Markutzyk

Wir sind für Sie erreichbar:

Dienstags: 16-18 Uhr
Mittwochs: 10-13 Uhr (nicht an BVV-Sitzungstagen, Sitzungstermine hier)
Donnerstags: 16-18 Uhr
Freitags: 10-13 Uhr

Während dieser Zeiten erreichen Sie uns telefonisch unter 030 / 671 208 - 12.
Sie können uns auch gerne ein Fax schicken unter 030 / 671 208 - 11.
Natürlich sind wir jederzeit per e-mail erreichbar unter info(at)gruene-neukoelln.de

www.gruene-neukoelln.de