Umwelt und Lebensqualität

Grün in Neukölln

Grün- bzw. Freiflächen bilden wichtige Luftaustauschflächen und sind die „grüne Lunge“ unseres Bezirkes. Dort wo möglich soll mehr Grün im Straßen­land als natürlicher Luftfilter wirken. Bei Neuanpflanzungen sind stark allergieauslösende Baum- und Strauch­arten zu vermeiden.

Als Ausgleich zu den überbauten und hoch verdichteten Stadtflächen im Bezirk fordern Bündnis 90/Die Grünen, dass Kleingärten erhalten und dauerhaft gesichert werden. Un­ver­meid­bare Baumfällungen an Straßen und in Grünanlagen müssen rechtzeitig öffent­lich gemacht und begründet werden.

Umweltschutz in Neukölln

Schadstoffbelastungen – nicht nur der Feinstaub – gefährden Leben und Ge­sundheit. Besonders bei Kinder und Ju­gendlichen führt dies zu erheblichen Ge­sundheitsrisiken.

Bündnis 90/Die Grünen fordern täg­liche Feuchtreinigungen und kon­ti­­­nuierliche Schadstoffmessungen in Kindertagesstätten und Schulen Neu­­­­köllns; Fahrverbote für LKW ohne Ruß­par­­­tikel­filter nicht nur auf das Gebiet inner­halb des S-Bahnringes (Umweltzone) zu be­schränken und ganz Neukölln durch flächen­deckende Durchsetzung von Tempo 30 von Schadstoffen entlasten. Mobile Luft­güte-Messstationen helfen bei der Do­ku­mentation des Handlungsbedarfs.

Energie

Eine moderne Umwelt- und Energie­po­litik verbessert nicht nur unsere Lebens­qua­lität, sondern schafft und erhält auch Ar­beitsplätze. Dies muss Ansporn für den Be­zirk sein, erneuerbare Energien verstärkt ein­zusetzen. Wir wollen Dächer, die für Solar­an­lagen geeignet sind, in ein Programm „Sonne über Neukölln“ aufnehmen und der Solar­technologie bei öffentlichen Gebäuden einen höheren Stellenwert verschaffen. Hier­zu müssen Sponsoren gewonnen sowie öf­fentliche und EU-Mittel eingeworben werden.

Energiesparen ist die billigste „Energie­quelle“. Energiesparpartnerschaften sind sinn­voll. Hier ist Neukölln nach wie vor Ent­wicklungsland. Zwar hat der Bezirk be­reits wirkungsvoll Energiekosten gespart. Doch bei chronisch leeren Kassen können größere Investitionen z.B. für moderne Heiz- und Regeltechnik nicht getätigt werden. Hier kann ein Investor als Energiesparpartner hel­fen, den Neuköllner Haushalt zu entlasten.

Bündnis 90/Die Grünen fordern deshalb die Bildung einer zentralen bezirklichen Be­wirtschaftung der Liegenschaften mit einem verbindlichen Maßnahmenplan zur Energie­ein­sparung.

Stadtentwicklung und Bauen

Neukölln zählt zu den dicht besiedelten und hoch verdichteten Bezirken Berlins. Neue Wohnbautätigkeit muss sich auf Lücken­schließungen beschränken. Wo neue Wohnsiedlungen geplant sind, wie an der Waßmannsdorfer Chaussee im südlichen Rudow, fordern wir, alle Spiel­räume in den Bebauungsplänen zur För­derung von ökologischem Bauen zu nutzen – z.B. für Niedrig-Energie-Häuser, dezentrale Energieversorgung, Dach- und Fassadenbegrünung und Bürger­solar­an­lagen. Eine gute Anbindung an den öffent­lichen Nahverkehr muss gewährleistet sein.

Die Wohn-, Arbeits- und Aufenthalts­qua­lität im Bezirk muss weiter verbessert werden, wie dies vielfach bereits durch Ak­ti­vitäten von Quartiersmanagement und Sa­nierungsbeauftragten geschieht. Wir wol­len dabei den Einfluss der Betroffenen stär­ken, denn nur mit Ihnen zusammen kön­nen Maßnahmen nachhaltige Erfolge er­zielen. Eigentümer, Anwohner und Ge­werbe­treibende vor Ort sind am ehesten in der Lage, das unmittelbare Wohnumfeld zu stabilisieren. Die Grünen Neukölln for­dern den Bezirk auf, transparent und er­folgs­orientiert mit den VerteterInnen der An­wohner zusammen zu arbeiten.

Der Norden Neuköllns hat mit großflächig er­haltener Altbausubstanz, günstigen Mieten und steigendem Studentenanteil das Potenzial, sich als Kultur- und Szenekiez zu etablieren. Der große Ladenleerstand ist in diesem Zusammenhang nicht nur als Problem, sondern auch als Chance zu sehen. Wir treten für die Weiterentwicklung sinn­voller Zwischennutzungskonzepte in Zu­­sammenarbeit mit Quartiersmanagement und Eigentümeriniativen ein.

Stadtumbau West nutzen

Der Stadtraum Neukölln S-Bahn-Süd­ring zwischen Karl-Marx-Straße und Sonnen­allee soll im Rahmen des Programms Stadt­umbau West aufgewertet werden. Die Vielfalt der derzeitigen Nutzungen ist zu­gleich Grundlage und Chance für eine zu­kunfts­fähige Stadtentwicklung in diesem Be­reich. Wir fordern eine umfassende Bürger­beteiligung und eine größtmögliche Trans­parenz im Planungsverfahren. Der Stadt­umbau Neukölln Südring muss die Ar­beits- und Lebensqualität in diesem Bereich deut­lich verbessern.

Ideenwettbewerb für Kindl-Gelände

Die Nachnutzung des Geländes der Kindl-Brauerei im Herzen Neuköllns erfordert einen städtebaulichen Ideenwettbewerb, um das Areal zu einem attraktiven Standort mit berlinweiter Bedeutung zu entwickeln. Wir Neuköllner Grünen können uns vielfältige Nutzungen für ökologischen Einkauf, Kultur, Ausbildung und Freizeit vorstellen: Umwelt- Warenhaus mit Heimwerker-Markt, Museum im ehemaligen Sudhaus, „Haus der Berliner Bürgerinitiativen“, Aus­bildungsstandort für Holz- und Metall­ver­arbeitung, Jugendherberge und an­wohnerverträgliche, parkähnliche Ge­stal­tung mit gastronomischem Angebot.

Den Flughafen als Freifläche gestalten

Die demnächst zu erwartende Schließung des Flughafens Tempelhof schafft völlig neue Möglichkeiten der Stadt­entwicklung. Die riesigen Freiflächen sollen weitgehend unbebaut bleiben und der Erholung und dem Sport dienen. Außer­dem fördern sie durch Kaltluftbildung und Durch­lüftung das Stadtklima. Die Neuköllner Maien­tage könnten in Zukunft auf dem Flug­feld stattfinden und so die Hasenheide ent­lasten.

Verkehr

Die Grundlage der Verkehrspolitik von Bündnis 90/Die Grünen ist der Schutz des Schwächeren.

Jeder Mensch, sofern er es kann, geht zu Fuß – auch der notorische Auto-Fan, der überzeugte BVG-Liebhaber und der be­geisterte Bürgersteig-Radfahrer. Sie alle profitieren von Verkehrsberuhigung, von weniger Lärm, Feinstaub und Ab­gasen. Fußgänger sollen sich die Haupt­ver­kehrs­straßen des Bezirks wieder erobern. Fußgängerfreundliche Grünphasen an den Ampeln (z.B. „Rund-um-Grün“), Über­querungs­hilfen wie Zebrastreifen und brei­tere Bürgersteige etwa in der Karl-Marx-Straße werden das „zu-Fuß-Gehen“ er­leich­tern und die Gefährdungen durch den Auto­verkehr vermindern.

Tempo-30-Zonen ausweiten

Die Einrichtung von Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen soll mit dazu beitragen, den öffentlichen Raum von den Hauptbelastungen des Autoverkehrs – Lärm, Schadstoffe (wie Feinstaub) und Unfallgefahren – zu entlasten. Erst deutlich weniger und langsamer fahrende Autos – wie im verkehrsberuhigten Bereich um den Richardplatz – schaffen mehr Raum und Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer, für Fußgänger und Radfahrer.

Radrouten-Masterplan umsetzen

Die Umsetzung des von Bündnis 90/Die Grünen initiierten Radrouten-Masterplans für Neukölln, verbunden mit dem Neubau von Radfahrstreifen und Radspuren wird den Fahrradverkehr sicherer und attraktiver machen. Dazu gehört auch die Einrichtung von sicheren und praktischen Fahrradabstellanlagen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten.

Der Hermannplatz ist heute nur eine große Verkehrsinsel. Durch Umbau kann er jedoch zu einem qualitativ hochwertigen Stadt­platz werden, der zum Flanieren und Verweilen einlädt. Davon würden auch die drei Neuköllner Einkaufsstraßen Karl-Marx-Straße, Sonnenallee und Hermannstraße profitieren. Wir Grüne fordern, bereits beim Umbau die Verlängerung der Straßen­bahn von der Warschauer Straße zum Hermann­platz zu berücksichtigen.

Bündnis 90/Die Grünen fordern außer­dem eine Verlängerung der Straßen­bahn­linien vorrangig von Johannisthal in die Gropius­stadt und weiter nach Marienfelde.

Um die Erreichbarkeit schlecht an­ge­bun­dener Gebiete in den Abend- und Nacht­stunden sicherzustellen, muss die BVG durch Kiezbusse oder Ruf-Taxis (zum BVG-Tarif) den Nahverkehr aufrecht erhalten.

Die vorhandenen ressourcenschonenden Ver­kehrs­wege in Neukölln müssen ver­stärkt genutzt werden. Insbesondere das vor­handene Potenzial der Häfen und der Kanäle ist weiterhin zu nutzen. Die Neu­köllner Bahnbetriebe sind als alternative Verkehrs­träger zu stärken.

Autobahnausbau beenden

Der Autobahnbau durch Neukölln muss so­fort beendet werden. Der stadtzerstörende Weiter­bau des Stadtringes nach Treptow wird in erheblichem Maß Grünflächen, Klein­gärten und sanierten Wohnraum vernichten.

Gesundheit

So stellen wir Grüne uns ein gesundes Neukölln vor: Eine gesunde Umwelt mit angemessenen Wohn- und Arbeitsbedingungen und eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Stadtentwicklung. Dafür fordern wir Engagement und Zusammenarbeit aller an der Gesundheitsarbeit Beteiligten und sichern ihnen unsere Unterstützung zu. Unsere besondere Aufmerksamkeit muss dabei der Beratung und Unterstützung sozial benachteiligter Menschen, der Gesundheitsbetreuung von Kindern sowie alten und pflegebedürftigen Menschen gelten.

Mit dem Beitritt zum „Gesunde-Städte-Netzwerk“ der Weltgesundheitsorganisation hat sich der Bezirk zu erheblichen Anstrengungen in der Gesundheitsfürsorge verpflichtet und zugleich die Gesundheitsförderung zu einem kommunalpolitischen Schwerpunkt erklärt. Wir wollen, dass der Bezirk diesem Anspruch endlich gerecht wird. Alle Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes sind aufgefordert, die verfügbaren Mittel effizient und betroffenenorientiert einzusetzen. Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention, wie Beratungen zur Ernährung und Bewegung in Kitas und Schulen oder über den Umgang mit Suchtmitteln, müssen hohe Priorität haben.

Das Neuköllner Klinikum Vivantes muss weiterhin eine alle Fachrichtungen umfassende Gesundheitsversorgung der Neuköllnerinnen und Neuköllner gewährleisten. Betriebs­wirt­schaft­liche Überlegungen – als Folge: weiterer Bettenabbau und Personalreduzierung – dürfen diese Versorgung nicht gefährden. Die Anzahl der niedergelassenen Ärzte in Neukölln im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat sich besorgniserregend verringert. Dies macht eine bessere Kooperation mit Krankenhäusern zwingend erforderlich. Wir Grüne wollen deshalb den Ausbau einer integrierten Gesundheitsversorgung vorantreiben. Dies könnte am Standort Vivantes Neukölln in Form eines medizinischen Versorgungszentrums in enger Kooperation zwischen den niedergelassenen Ärzten und dem Klinikum realisiert werden.

 

Mit diesen Positionen wollen wir in den nächsten fünf Jahren in und für Neukölln Politik machen. Wir bitten Sie dafür am 17. September um Ihr Vertrauen und Ihre Stimme.

 

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