Jugend und Bildung
Bildung hat Priorität
In Deutschland haben es Kinder aus sozial benachteiligten und aus Migranten-Familien besonders schwer, denn unser Schulsystem gehört zu den sozial ungerechtesten in Europa. Seit PISA liegen die Zahlen dazu vor, in der neuen OECD-Studie liegt Deutschland auf dem letzten Platz der untersuchten Industrieländer. Diese Missstände treffen Neukölln überdurchschnittlich. Wir Neuköllner unterstützen daher die Forderung des Grünen Landeswahlprogramms, 20 Prozent der Mehreinnahmen des Landes zusätzlich für Bildung und Ausbildung auszugeben.
Die Berliner Bezirke haben nur einen sehr begrenzten Einfluss auf die Verhältnisse an den Schulen. Über Personal- und Sachmittelausstattung wird ausschließlich auf Landesebene entschieden. Die verbleibenden Möglichkeiten wollen wir jedoch nutzen. Im Rahmen des Bezirkshaushaltes haben für uns Sprachkurse, Schulstationen und Sporthallen absolute Priorität und damit Vorrang vor Straßen.
Schulen in die Kieze öffnen
Bündnis 90/Die Grünen begrüßen die größere Autonomie der Schulen eigene Profile zu entwickeln, wie sie im neuen Schulgesetz festgeschrieben ist. Dies kann aber nur der erste Schritt sein. Die Schulen müssen sich in ihre Kieze hinein öffnen und mit Eltern, örtlichen Handwerkern, Gewerbetreibenden, Künstlern, Vereinen, Initiativen, etc. zusammenarbeiten, um ihre Schüler optimal zu fördern. Langfristig sollen die Schulen in Zusammenarbeit mit der Jugendförderung, den Volkhochschulen und Experten aus dem Umfeld zu Bildungszentren für ihren ganzen Kiez werden.
Wir begreifen Kitas als Bildungseinrichtungen, die alle Kinder in ihrem natürlichen Lerneifer unterstützen sollen. Damit Kinder optimal gefördert werden, regen wir Maßnahmen an, die Eltern motivieren, den Entwicklungsstand ihrer Kinder im Hinblick auf sprachliche, motorische und soziale Fähigkeiten schon im Kleinkindalter untersuchen zu lassen.
Jugenhilfemittel erhalten - mehr Geld für freie Träger
Bündnis 90/Die Grünen wenden sich gegen weitere Kürzungen von Jugendhilfemitteln. Bisher können in Neukölln nur 4% der Mittel für die allgemeine Jugendarbeit ausgegeben werden, statt der gesetzlich geforderten 10%, da die notwendigen Einzelfallhilfen in unserem sozial benachteiligten Bezirk den Rest verschlingen. Mehr Mittel für Prävention wären nicht nur menschlich, sondern längerfristig auch wirtschaftlich sinnvoll, denn ein Heimplatz kostet soviel wie ein Streetworker. Besonders der Norden Neuköllns braucht dringend mehr Jugendeinrichtungen, denn während im Süden des Bezirkes für je 1.202 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren einer der 17 Jugendclubs zur Verfügung steht, müssen sich im Norden 2.108 eine der dortigen 9 Einrichtungen teilen.
Die Fördermittel für Freie Träger der Jugendhilfe müssen erhöht werden. Wir Grüne treten für Streetwork und Jugend-Stadtteilläden und für die Unterstützung von besonderen Projekten ein, wie beispielsweise der Jugendstraße in der Rütlistraße.
Die vorhandenen Musikschulplätze in Neukölln sollen erhalten und weitere geschaffen werden, damit die lange Warteliste abgebaut werden kann und mehr Kinder und Jugendliche die Möglichkeit zur Teilnahme am Musikunterricht erhalten.
Die Beratung von Jugendlichen mit ungenügender Ausbildung muss langfristig finanziell gesichert werden. Hierzu muss der Bezirk das Jobcenter in die Pflicht nehmen.
Rechtsextremismus bekämpfen
Fremdenfeindlichkeit ist ein Problem, mit dem wir uns auch in Neukölln auseinandersetzen müssen. Der Kampf gegen Rassismus muss neben dem öffentlichen Protest vor allem bei präventiver Aufklärungsarbeit in Schulen und Jugendclubs ansetzen. Auch durch frühe und jugendnahe Aufklärung kann rechtsextreme Gewalt verhindert werden.
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