Integration und Beteiligung
Migration & Integration – Teilhabe ermöglichen
Integration beginnt vor Ort, das heißt für uns: hier im Bezirk. Wir Neuköllner Grünen wollen, dass weiterhin die Finanzierung von Sprachkursen an Kitas und Grundschulen im Bezirkshaushalt höchste Priorität hat. Integrationspolitik ist für uns jedoch viel mehr als Förderung des Spracherwerbs.
Wir wollen die Teilhabe der Migranten im Bezirk stärken: Viele Vereine und Initiativen sind seit vielen Jahren in der Beratung aktiv und unterstützen Migranten in allen Fragen des Lebens.
Auf Drängen von Bündnis 90/Die Grünen hat Neukölln seit 2001 endlich eine Migrationsbeauftragte. Im Migrationsbeirat Neukölln arbeiten Vereine der verschiedenen Nationalitäten zusammen und haben die Möglichkeit sich zu den bezirkspolitischen Fragen zu äußern. Nach dem Vorbild von Nordrhein-Westfalen wollen wir den Beirat aufwerten, denn wir sind in Neukölln auf die Mitarbeit der aktiven und demokratischen Migranten angewiesen.
Wir werden weiter für Projekte der interkulturellen Elternarbeit und Kampagnen gegen Zwangsheirat eintreten. Wir werden Ausbildungsverbünde im Bezirk initiieren und unterstützen die Bewerbung von jungen, qualifizierten Migranten für den öffentlichen Dienst im Rathaus.
Ältere nicht abschieben – für ein selbstbestimmtes Leben
Alte Menschen werden viel zu häufig nur als Last betrachtet. Viele ältere Menschen sind heute durchaus in der Lage und haben Spaß daran, sich aktiv in ihre Nachbarschaft einzubringen und ihre wertvollen Erfahrungen und Fähigkeiten den Jüngeren zu vermitteln. Projekte und Aktivitäten wie Lesepatenschaften für Kitas, Schülerhilfen, Mentorenunterstützung für Jugendliche beim Einstieg in den Beruf oder einfach der Austausch von Erfahrungen zwischen Jungen und Älteren wollen wir verstärkt anregen und fördern.
Ältere Menschen sollen so lange wie irgend möglich ihreSelbstständigkeit wahren können. Dazu sind Wohnformen und Netze der Assistenz und Pflege zu entwickeln, die verhindern, dass Menschen bei zunehmender Pflegebedürftigkeit aus ihrer gewohnten Nachbarschaft gerissen werden oder die Kontrolle über ihren Tagesablauf aufgeben müssen.
Die Bedürfnisse der älteren Menschen müssen im Mittelpunkt von Pflege stehen, dabei ist besonders auf den Respekt vor unterschiedlichen kulturellen Prägungen zu achten.
Menschen mit Behinderung die Teilhabe erleichtern
Menschen mit Behinderung werden immer noch zu oft zu Objekten der Fürsorge degradiert. Gerade an Hilfen zur Selbstständigkeit wird häufig gespart (z.B. Assistenz, Transport, Eingliederungshilfen). Heimunterbringungen sollten wo immer möglich durch ambulante Unterstützungen vermieden werden.
Immer noch gilt auch in Neukölln der Satz: „Behindert ist man nicht, behindert wird man“. Damit Neukölln künftig „barrierefreier“ wird, wollen wir die wirklichen Experten für diese Fragen, die Betroffenen, unterstützen und die Stellung des Beirates und der Beauftragten für Menschen mit Behinderung gegenüber der Verwaltung stärken.
Entgegen dem Willen der Betroffenen und des ganzen Bezirkes wird die Hörbehindertenberatungsstelle in Neukölln aufgelöst und nach Friedrichshain verlagert. Diese hat bisher bewirkt, dass eine große Anzahl von Kindern durch die gute Betreuung und die intensive Beratung der Eltern ein völlig integriertes Leben mit einem normalen Schul- und Ausbildungsweg führen konnten. Mit der Verlagerung wird eine mehr als vierzigjährige erfolgreiche Arbeit an einem optimal ausgebauten Standort einfach aufgeben. Der Senat begründet diese Maßnahme mit Sparzwängen. In der Realität wird hier aber Geld verschwendet, da in Friedrichshain viel Geld investiert werden muss, um auch nur annähernd einen Betreuungsstandard zu erreichen, der in Neukölln seit Jahren geboten wird.
Bürger beteiligen
Auf Druck von Bündnis 90/Die Grünen wurde die Bürgerbeteiligung in den letzten Jahren gestärkt. In kommunalen Fragen haben Bürgerinnen und Bürger jetzt das Recht, Einwohnerversammlungen zu verlangen; sie können im Bezirk Einwohneranträge stellen und Bürgerentscheide durchsetzen. Wir wollen diese Instrumente weiterentwickeln um sie auch auf Ortsteilebene einsetzen zu können. Die Durchführung im gesamten Bezirk, der immerhin die Einwohnerzahl einer Großstadt hat, stellt vielfach eine zu hohe Hürde dar und wird Berlins Bezirken mit ihrer Kiezstruktur nicht gerecht.
Wir haben in Neukölln die Einführung einer Bürgerfragestunde in der Bezirksverordnetenversammlung durchgesetzt und uns stets für ein Rederecht von Bürgerinnen und Bürgern in den Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung eingesetzt. Wir werden uns auch in Zukunft dafür einsetzen, dass Bürger ein Recht haben, mitzureden.
Bürgerfreundliche Verwaltung
Die Verwaltung muss zum Dienstleister für Bürgerinnen und Bürger werden. Die Öffnungszeiten müssen bürgerfreundlicher werden, Wartezeiten sind durch Terminvereinbarungen zu vermeiden, die telefonische Erreichbarkeit der Verwaltung ist sicherzustellen. Dort wo mehrere Stellen mit der Bearbeitung eines Anliegens befasst sind, müssen Akten weitergereicht und nicht Bürgerinnen und Bürger von Amt zu Amt geschickt werden. Für jeden Vorgang ist ein Bearbeitungszeitraum zu vereinbaren und einzuhalten. Außerdem werden wir in den nächsten Haushaltsverhandlungen mit dem Senat dafür eintreten, die Personalschlüssel in den publikumsrelevanten Teilen der Verwaltung zu verbessern.
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