Moderation: Sadullah Abdullah
I) Impulsreferat: Jasenka Vilbrandt
Neben aufenthaltsrechtlichen, arbeitsmarktechnischen und Integrationsfragen sind die Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund genau so unterschiedlich wie ihre ethnische Vielfalt.
Sie sind stärker als andere Berliner_innen von Bildungsdefiziten, Erwerbslosigkeit, Benachteiligung und Diskriminierung, aber auch von Gesundheitsproblemen betroffen. Ihr Gesundheitszustand ist schlechter als der der Bevölkerungsmehrheit ohne Migrationshintergrund. Dies wird durch Zahlen der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes (Schwerpunktbericht – Migration und Gesundheit) belegt.
Diese Menschen haben nicht nur ein anderes Bedürfnis, sondern auch eine andere Vorstellung von Krankheit und Gesundheit. Dadurch entstehen abweichende Konzepte zu den „allgemein gültigen“ Versorgungskonzepten. Durch die fehlende Übereinstimmung von Bedürfnissen und Angeboten entsteht ein Ungleichgewicht, das zu einer Fehlversorgung, d.h. Unter- oder Überversorgung führt.
Ursachen dafür sind u.a. kultureller Hintergrund, Bildungsstand, Soziale Situation, Grad der Integration und Zugangsvoraussetzungen zur Gesundheitsversorgung.
Bestehende Angebote werden nur unzureichend in Anspruch genommen, weil sie wenig spezifisch sind und von den Betroffenen daher oft nicht erkannt werden.
II) Diskussion: Die TeilnehmerInnen des Forums diskutierten u.a. über:
Zum Bereich der Prävention:
Hier wurde deutlich, dass häufig keine bzw. nur unzureichend Prävention betrieben wird. Als Beispiel wurden die unzureichenden Maßnahmen zur Aufklärung über chronische Erkrankungen, Drogenabhängigkeit, psychische und Geschlechtserkrankungen genannt.
Bei Kindern und Jugendlichen war das „Schulessen“ beispielhaft (Schulen bieten 2-3 mal pro Woche süße Speisen an). Ein anderes Beispiel war, dass Migrant_innen über 60 deutlich weniger Sport treiben. Auch an Aufklärungsmaterial mangelt es.
Zur Versorgungssituation:
Wie oben benannt, bestätigten einige Teilnehmer_innen aus ihren beruflichen Erfahrungen den schlechten Gesundheitszustand dieser Bevölkerungsgruppe.
Als Ursachen wurden u.a. die migrationsbedingte seelische Belastung, eine allgemein schwächere soziale Situation, harte Arbeitsbedingungen, hochschwellige Zugangsvoraussetzungen, fehlende spezifische Angebote, Des-und Fehlinformationen, niedriger Bildungsstand und doppelte Diskriminierung genannt.
Besonderer Nachholbedarf besteht im Bereich der psychiatrischen und psychologischen Versorgung. Hier ist die Angst vor der Inanspruchnahme und Informationsmangel besonders groß.
Zum Bereich Vorsorge:
Oft sind Betroffenen Vorsorgemaßnahmen nicht bekannt, die Aufklärung darüber extrem kompliziert und erreicht die Zielgruppe nicht z.B. bei der Krebsvorsorge, oder sie wird gar nicht betrieben. Reha-Maßnahmen zählen auch dazu.
Verbesserungsvorschläge:
Protokoll: Melanie Müller, Sadullah Abdullah
Mi, 16 Mai 2012 11:31:48 +0200
unser offener Brief zur "Manege" http://t.co/geTVsQiI http://t.co/8F6D7IMA
Di, 15 Mai 2012 10:23:58 +0200
Heute Abend laden wir wieder ab 18 Uhr zum Neuentreffen in die Geschäftsstelle. Danach (19 Uhr) gehts in der... http://t.co/dlDUUtDJ
Di, 08 Mai 2012 19:25:38 +0200
Susanna Kahlefeld zum... http://t.co/wCKk9XyF
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