Ganz grünes Kino - neue Termine ab 19. August 2011

Seit einigen Jahren veranstalten wir in unregelmäßigen Abständen Filmabende - Ganz Grünes Kino für Neukölln! Dabei zeigen wir Kino-, Dokumentar- oder Kurzfilme zu verschiedenen Themen, die uns wichtig sind. Meist laden wir auch Fachleute zu den einzelnen Themen oder auch die jeweiligen Filmemacher_innen dazu ein, die anschließend für Diskussionen und Fragen zur Verfügung stehen.

Auch in diesem Jahr möchten wir Sie wieder herzlich zu unseren gemeinsamen Filmabenden einladen. Anschließend besteht die Möglichkeit, bei einem Glas Wein oder Saft über den Film ins Gespräch zu kommen. Alle Veranstaltungen finden in der Geschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln in der Berthelsdorfer Str. 9 statt, der Eintritt ist wie immer frei!

Die aktuellen Termine für unser Grünes Kino:

Freitag, den 19. August 2011 - 19 Uhr: Gekaufte Wahrheit

Ein politischer Thriller über Gentechnik und Meinungsfreiheit: Zwei führende Molekularbiologen in Schottland und Kalifornien veröffentlichten kritische Ergebnisse ihrer Forschung zu gentechnisch veränderter Nahrung (GM-Food). Sie verloren ihre Arbeit und wurden darüber hinaus persönlich ruiniert durch Streichung der Forschungsmittel und Zerstörung ihres wissenschaftlichen Rufs. Der Film erzählt aber auch die Geschichte ihres persönlichen Mutes und ihres Verantwortungsgefühls der Öffentlichkeit gegenüber, die bereits jahrelang GM-Food konsumiert. Aussagen von WissenschaftlerInnen selbst belegen, dass 95% der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Nur 5% der Forscher sind unabhängig. Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist offensichtlich. Kann die Öffentlichkeit - können wir alle - den Wissenschaftlern noch trauen?

www.gekauftewahrheit.de

Freitag, den 26. August 2011 - 19 Uhr: Oury Jalloh

Oury Jalloh, ein Asylsuchender aus Sierra Leone, wird einem abgeschiedenen Asylbewerberheim bei Dessau zugewiesen. Permanent konfrontiert mit dem Gefühl, unerwünscht zu sein und keine Möglichkeiten zu haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, bestimmen Perspektivlosigkeit und Ohnmacht zunehmend seinen Alltag: Er darf seinen Landkreis nicht verlassen, er darf nicht arbeiten und allmählich beginnt er einen stillen, inneren Kampf gegen staatliche Fremdbestimmung und soziale Ausgrenzung. Am 07. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh an Händen und Füßen gefesselt auf einer feuerfesten Matratze in einer Dessauer Polizeizelle. Erst durch die Mobilisierung seiner Freund_innen kommt der Fall - zwei Jahre später - vor Gericht.

Der Dokumentarfilm „Tod in der Zelle" (WDR) berichtet über den Tod von Oury Jalloh 2005, über den Prozess und darüber, wie man in Dessau mit dem Tod des Westafrikaners umgeht. Ein Jahr lang haben die Filmemacher_innen Fakten, Obduktionsberichte und Ermittlungsunterlagen recherchiert, mit Zeugen gesprochen und sich in Dessau umgesehen. Am 08. Dezember 2008 waren die angeklagten Polizisten zunächst freigesprochen worden, weil sich die Umstände von Jallohs Tod - nicht zuletzt aufgrund der Falschaussagen ihrer Kolleg_innen - nicht klären ließen. Das erneute Verfahren läuft seit Januar diesen Jahres.

Weitere Informationen: Seite des WDR zum Film und www.ouryjalloh-derfilm.de sowie ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung über den Prozess

Anschließend Diskussion mit Max Althoff, Anwalt für Bürger_innen- und Menschenrechte

Donnerstag, den 01. September 2011 - 19 Uhr: Die 4. Revolution

Der Dokumentarfilm Die 4. Revolution - Energy Autonomy von Carl-A. Fechner steht für eine mitreißende Vision: Eine Weltgemeinschaft, deren Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist ist - für jeden erreichbar, bezahlbar und sauber. Eine globale Umstrukturierung, die Machtverhältnisse neu ordnet und Kapital gerechter verteilt, könnte jetzt beginnen. Wir müssen es nur tun! Wie - das zeigt Fechners Film anhand beispielhafter Projekte und ihrer VorkämpferInnen in zehn Ländern: Das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt steht in Deutschland und produziert mehr Energie, als es verbraucht. Erneuerbare Energien sichern Familien in Mali und Bangladesh über hautnahe Finanzierungsmodelle die Existenz. Alternative Energiekonzepte revolutionieren die Autoindustrie und fördern neue Wege der Mobilität. In vierjähriger Produktionszeit begleiteten die FilmemacherInnen engagierte Prominente, sprachen mit Top-ManagerInnen, afrikanischen Müttern, BankerInnen und ambitionierten AktivistInnen auf der ganzen Welt. Am Ende des hochaktuellen Films kann für alle ein neuer Anfang stehen: Die 4. Revolution – Energy Autonomy.

www.4-revolution.de

Anschließend Diskussion mit Hans-Josef Fell (MdB, ernergiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen).

Freitag, den 09. September - 19 Uhr: Hüllen

Der Film erzählt die besondere Familiengeschichte von drei muslimischen Frauen über drei Generationen im Spannungsfeld kultureller, religiöser und politischer Überzeugungen. Im Mittelpunkt steht die 49-jährige sechsfache Mutter Emel Zeynelabidin, die überraschend aus dem traditionellen Selbstverständnis ihrer Familie ausbricht, Mann und Kinder verlässt und nach 30 Jahren das Kopftuch ablegt.

www.huellenfilm.ch

Emel Zeynelabidin wird persönlich anwesend sein und steht den Besucherinnen und Besuchern im Anschluss an den Film für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Freitag, den 16. September 2011 - 19 Uhr: RR - the bitter harvest

Dokumentarfilm von Martin Grutta über Ausbreitung von Sojaplantagen in Cordoba / Argentinien, ihre Folgen sowie den Kampf der Kleinbauern dagegen. Er zeigt auf, wie die rasant wachsende Produktion von Soja in Argentinien das lokale Ökosystem zerstört und wie die Soja-Grossbauern, hinter denen oft multinationale Konzerne stehen, mit Gewalt die lokale Landbevölkerung vertreiben.

www.rrlacosechaamarga.blogspot.com (spanisch)

Der argentinische Filmemacher Martin Grutta lebt und arbeitet in Neukölln, er wird anwesend sein und nach dem Film mitdiskutieren.

Ganz Grünes Kino für Neukölln

 

Grünes Kino 2011

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