Pop-Up-Radwege in der Corona-Krise

Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr in Neukölln

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln bringt in die außerordentliche Bezirksverordnetenversammlung Neukölln am 7. Mai 2020 mehrere Anträge zur Einrichtung von temporären Radwegen sowie der vorübergehenden Schließung von Nebenstraßen für den Autoverkehr ein.

Mit zwei Anträgen möchte die Grüne Fraktion temporäre Radwege und erweiterte Aufstellflächen an Kreuzungen auf der Hermannstraße (2,5 km) und dem Buckower Damm vor dem Rufacher Weg (350 m) umsetzen (1771/XX und 1776/XX). Wegen des in der Corona-Krise erhöhten Radverkehrs sollen so breite und sichere Radwege entstehen, auf denen die derzeit geltenden Abstandregelungen von Radfahrenden eingehalten werden können.

Auch auf vielen Gehwegen in Neukölln ist es für Fußgänger*innen oft unmöglich, genügend Abstand zu halten. In einem weiteren Antrag (1773/XX) wird das Bezirksamt daher gebeten, Straßen temporär für den Autoverkehr zu schließen bzw. temporäre Spielstraßen einzurichten. In stark von Fußgänger*innen frequentierten Straßen, wie z.B. die zum Tempelhofer Feld führende Herrfurthstraße, sollen die Fahrbahnen für Fußgänger*innen nutzbar werden.

„Zu Fuß gehen oder mit dem Rad zu fahren ist gerade in der Corona-Krise gut, um notwendige Wege zurückzulegen, Ansteckungsrisiken in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden, den ÖPNV zu entlasten und sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen“, erklärt Bezirksverordnete Christa Emde. „Ob zu Fuß oder auf dem Rad: Überall gilt dabei 1,5 Meter Abstand halten, um die Verbreitung des Corona-Virus aufzuhalten.“

Mit einer temporären Öffnung von Nebenstraßen für Fußgänger*innen will die Grüne Fraktion besonders Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich auch in den dicht bebauten Kiezen Nord-Neuköllns sicher an der frischen Luft bewegen und Abstände einhalten zu können. „Mit wenig Aufwand und geringen Kosten können wir als Bezirk in der Krise einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden im Kiez leisten. Diese Chance wollen wir nutzen!“, so Emde.

„Als Bezirk haben wir in den letzten Jahren bereits viele fuß- und radpolitische Vorhaben auf den Weg gebracht. Die aktuelle Krise macht noch einmal deutlich, dass wir weiter an der Mobilitätswende arbeiten und den öffentlichen Raum in Neukölln umverteilen müssen für ein fuß- und fahrradfreundliches Neukölln!“, erklärt Fraktionsvorsitzender Bernd Szczepanski.