Masern in Neukölln: Eine Aufklärungskampagne für Impfschutz

2016 erkrankten in Berlin 76 Menschen anMasern. Mit 17 Erkrankungen hatte Neukölln die höchste Anzahl an Masernfällen. Ursula Künning wollte in der BVV am 29. März wissen: Wie konnte es dazu kommen? Und was unternimmt das Bezirksamt gegen die besorgniserregende Masern-Bilanz? In einem Antrag forderte sie eine Aufklärungskampagne zum Impfschutz. Von Raphael Schanz und Ursula Künning

Die Masernerkrankung ist keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine schwere hochinfektiöse, meldepflichtige Erkrankung, die bis zum Tod führen kann. Obwohl Masern zu den Kinderkrankheiten gezählt werden, können auch Erwachsene daran erkranken.

Impfungen schützen vor Masern. Dennoch kommt es in Deutschland immer wieder zu Ausbrüchen der Krankheit, so wie auch in Berlin in den letzten Jahren. Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, durch Impfungen die Masern gänzlich zu besiegen. Um dies zu erreichen, dürften sich nach WHO-Definition in Berlin nicht mehr als vier Menschen pro Jahr mit Masern anstecken. In Berlin gab es jedoch in den vergangenen Jahren mehrere größere Masernausbrüche. Im Jahr 2016 erkrankten in Berlin 76 Menschen. Mit 17 Erkrankungen hatte Neukölln die höchste Anzahl an Masernfällen in Berlin.

In einer Großen Anfrage wollte Ursula Künning, u.a. Mitglied im Gesundheitsausschuss, wissen, worauf das Bezirksamt Neukölln die hohe Infektionsanzahl zurückführt und wie es das WHO-Ziel einer Durchimpfungsrate von 95 Prozent in Neukölln erreichen will. Zur Erreichung dieses Ziels schlägt sie eine Aufklärungskampagne zur Gefährlichkeit der Maserninfektionen und einen Aufruf zur Masernimpfung vor.

Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) zeigte sich skeptisch, was die Kosten und Effizienz einer solchen Kampagne angeht. Auch die AfD-Fraktion nahm das Problem nicht ernst und schlug vor, dass die Grünen eher eine Kampagne in ihrer Klientel initiieren sollten: „99 % der Impfgegner wählen grün”, schrieb Anne Zielisch (AfD) auf Twitter. Auf die Frage, wo man die Zahl nachlesen könne, antwortete sie nur: “Bei Breitbart. Wissen Sie doch.” Der Antrag soll nun im Gesundheitsausschuss beraten werden.

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