Liecke verschrottet das Feuerrote Spielmobil

Zur Zukunft der Neuköllner Jugendarbeit erklärt die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln:

Der Stadtrat für Jugend und Gesundheit, Falko Liecke (CDU), hat im letzten Jugendhilfeausschuss seine Kürzungspläne für die Neuköllner Jugendhilfe vorgestellt. Danach sollen die Mittel für das Feuerrote Spielmobil, die Stadtranderholung und ein Projekt für Jugendliche mit Behinderung besperrt werden. Da die Verträge zum 30. April 2012 auslaufen, bedeutet das de facto das Aus für die Einrichtungen. Auch die Berufsberatung im Jugendberatungshaus in der Glasower Straße ist gefährdet: hier soll die Hälfte der Mittel eingespart werden.

Stadtrat Liecke betreibt damit Symbolpolitik mit dem größtmöglichen Schaden. Bei der Stadtranderholung handelt es sich, so Liecke „um eine ausgesprochen preiswerte präventive Hilfe“. Das Feuerrote Spielmobil kostet den Bezirk gerade einmal 41.000 € und ist laut einer Vorlage, die Liecke noch vor einem Monat verteilen ließ, „als präventive Maßnahme unverzichtbar“. Bei Wegfall wären die Kinder „den bekannten Gefährdungen durch pädophile Übergriffe und den Angriffen von Jugendbanden schutzlos ausgeliefert“.

Mit seiner Politik macht Stadtrat Liecke auch den anderen Trägern klar, dass sie sich auch in Zukunft nicht auf ihre Arbeit konzentrieren können, sondern weiterhin um ihre Jobs bangen müssen. Ihre Verträge werden für gerade mal acht Monate verlängert. Dies bedeutet, dass viele ihren Mitarbeiter_innen kaum fünf Monate nach der Vertragsverlängerung schon wieder vorsorglich werden kündigen müssen. Es steht zu befürchten, dass weitere qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Neukölln den Rücken kehren werden. Das geht zu Lasten der Kinder und Jugendlichen, die dringend feste Ansprechpartner_innen und Vertrauenspersonen benötigen.

Die insgesamt 180.000 € an Einsparungen wären angesichts eines Neuköllner Gesamthaushaltes von über 720 Millionen problemlos an anderer Stelle zu erbringen. Dazu erklärt Gabriele Vonnekold, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: „Der rot-schwarzen Zählgemeinschaft ist Stuck an der Rathausdecke wichtiger als die Jugendarbeit. Diese wird zwar vom Senat vollständig refinanziert, vom Bezirksamt aber lieber eingespart. Wir rufen alle Neuköllnerinnen und Neuköllner auf, im Rahmen der Bürger_innenbeteiligung ihre Ablehnung dieser absurden Sparmaßnahme deutlich zu machen.“ Dazu genügt eine E-Mail an: haushalt(at)bezirksamt-neukoelln.de oder ein Anruf unter 030 / 90 239 2395.