Kleine Anfrage (KA/054/XIX): Tierhaltung im Bezirk

Fragestellerin: Schumacher, Hanna

Eingang: 05. November 2012

Beantwortet: 22. November 2012

 

Tierhaltung im Bezirk

  1. An welchen Standorten in Neukölln werden vom Bezirk Neukölln oder dem Land Berlin gefördert Haus- oder Wildtiere gehalten?
  2. Wie viele Tiere welcher Arten werden gehalten?
  3. Welche jährlichen Kosten verursacht die Tierhaltung für den Bezirk?
  4. Welche Investitionskosten sind in den letzten 3 Jahren in diese Standorte geflossen?
  5. Wie viel Personal wird dabei eingesetzt und wie viel davon ist ausgebildetes Fachpersonal?
  6. Wie wird die artgerechte Haltung der Tiere sicher gestellt (gibt es eine Fachkundige Aufsicht, Leitlinien für die artgerechte Tierhaltung)?
  7. Gibt es Pläne für die Erweiterung des Tierbestands/der Tiergehege?

 

Antwort des Bezirksamtes:

Sehr geehrte Frau Schumacher,

das Bezirksamt beantwortet ihre Kleine Anfrage wie folgt.

Zu 1. An welchen Standorten in Neukölln werden vom Bezirk Neukölln oder dem Land Berlin gefördert Haus- und Wildtiere gehalten?

An den in der Tabelle genannten Orten werden im Bezirk Neuölln Haus- und Wildtiere gehalten.

HalterBetriebsanschrift

Postanschrift

NameStraße/Hausnr.PLZOrtStraße/Hausnr.PLZOrt

BA Neukölln

Schule am Sandsteinweg

Hornblendeweg 212349BerlinHornblendeweg 212349Berlin

BA Neukölln

Asp Wilde Rübe

Wildenbruchstr. 25-2812045BerlinWildenbruchstr. 25-2812045Berlin

BA Neukölln

Gartenarbeitsschule

Fritz-Reuter-Allee 12112359BerlinFritz-Reuter-Allee 12112359Berlin
Union Sozialer Ein- richtungen gGmbH (Tierpark Neukölln)Hasenheide 8210967BerlinKoloniestr. 133-13613359Berlin
BA Neukölln
Jugendfreizeitstätte
Wutzkyallee 88-9812353BerlinKarl-Marx-Str. 8312040Berlin
Union Sozialer Ein- richtungen gGmbH (Kulturstiftung
Schloss Britz)
Alt-Britz 7312359BerlinKoloniestr. 133-13613359Berlin
BA Neukölln
Carl-Legien-OS
Dammweg 21612057BerlinDammweg 21612057Berlin

 

 

Zu 2. Wie viele Tiere welcher Arten werden gehalten?

Die Gesamtzahl der Tiere kann nur eine Momentaufnahme sein, da immer wieder Zugänge durch erfreulichen Nachwuchs oder auch Bestandsreduzierungen im Rahmen der artgerechten Tierhaltung (Gehegebesatzgrenze) oder durch natürliche Auslese erfolgen.

Auf dem Gutshof Britz befinden sich derzeit: 3 Rinder, 3 Gänse, 2 Pferde (Kaltblüter), 3 Ziegen, 5 Schafe (wobei 2 "geliehen" sind und im Frühjahr zurück in die Hasenheide gehen), 3 Enten, 8 Hühner, 15 Tauben und 9 Kaninchen.

Im Tierpark Hasenheide (anbei eine Liste mit der jeweiligen Anzahl) befinden sich derzeit diverse wirbellose Tiere in den Arten: Dorngespenstschrecken, Fauchschaben, Argentinische Schaben, Riesentausendfüßer, Achatschnecken, Fische in den Arten: Blauer Antennenwels, div. Friedfische (Guppy, Zebrabärbling, etc.), Amphibien: Korallenfinger, Feuerbauchmolch, Axolotl, Reptilien: Scharnierschildkröte, Weichschildkröte, Spornschildkröte, Bartagame, Leopardgeckos, Kornnatter, Vögel in den Arten: Emu, Weißstorch, Höckerschwan, Trauerschwan, Russ. Graugans, Kanadagans, Rostgans, Spießente, Pfeifente, Kolbenente, Krickente, Mandarinente, Moorente, Reiherente, Hausenten, Bronzeputen, Haushuhn, Blauer Pfau, Haustauben, Blaustirnamazone, Silberfasane, Kernbeißer, Star, Ringeltaube sowie Säugetiere: Meerschweine, Mara/Pampashase, Hauskaninchen, Pony, Hausesel, Hausschweine, Trampeltiere, Lama, Dammhirsch, Schott. Hochlandrind, Hausyak, Angoraziegen, Zwergziege, Hausziegen (Mix), Kashmirziegen, Soayschafe, Somalischafe, Ostfriesisches Milchschaf, Mongolenschaf

Weiterhin werden am Standort „Wilde Rübe“ (Wildenbruchstr. 25-28) 1 Schwein, 6 Vögel und 2 Reptilien, in der Gartenarbeitsschule 7 Schafe, in der Jugendfreizeitstätte Wutzkyallee 88-98 ca. 4 Schafe, in der Schule am Sandsteinweg 6 Pferde, 3 Schafe, 9 Ziegen, 30 St. Geflügel, 1 Vogel, 100 sonstige Säugetiere und in der Carl-Legien-OS ca. 25 Stück Nutzgeflügel gehalten.

Für die Futtertierzucht werden diverse Mäuse, Mehlkäfer und Grillen gehalten.

 

Zu 3. Welchen jährlichen Kosten verursacht die Tierhaltung für den Bezirk?

Für in der Schule am Sandsteinweg bei bezirkseigenen Tieren eingesetzte Impfstoffe entstehen dem Ordnungsamt gegenwärtig jährlich Kosten von ca. 130,00 Euro.

Ferner entstehen Personalkosten für tierärztliche Kontrollen, die jedoch außer Ansatz bleiben, da für vergleichbare Kontrollen bei privaten Tierhaltern ebenfalls keine Gebühren zu erheben sind.

Auf dem Gutshof Britz werden die Kosten für die Tierhaltung im Rahmen des Kulturzentrums abgedeckt, das hierfür zur Refinanzierung eine Zuwendung aus dem Bezirkshaushalt erhält (2012: 30.000,00 €).

Im Tierpark Hasenheide erhält die USE (Union Sozialer Einrichtungen gemeinnützige GmbH) derzeit eine monatliche pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 12.500,- Euro. Diese Summe deckt alle die bei der USE anfallenden tierpflegerischen und tierärztlichen Tätigkeiten, einschließlich aller hierfür erforderlichen Lieferungen und Entsorgungen sowie für alle sich aus der Grundstücksverwaltung ergebenden Erfordernisse wie die Pflege und Unterhaltung der überlassenen Teilflächen des Volksparks Hasenheide mit einer Gesamtgröße von ca. 32.200 m2 ab. Für die im Zusammenhang mit der Nutzung der Gebäude anfallenden Bewirtschaftungskosten (für Straßenreinigung, Feuerversicherung und Schornsteinfegergebühren) ist von der USE ab dem 01.01.2012 eine monatliche Pauschale in Höhe 250,00 Euro zu zahlen, die diese Kosten des Bezirks hierfür abdeckt.

Ab dem Wirtschaftsjahr 2013 kann sich die genannte Aufwandsentschädigung an die USE um einen Betrag von jährlich 5.000,- Euro pro Person verringern, wenn es in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Neukölln gelingt, neue Beschäftigte im Rahmen des Berufsbildungs- und Arbeitsbereiches der Werkstatt für behinderte Menschen auf Arbeitsplätzen im Volkspark Hasenheide einzusetzen. Eine mögliche Reduzierung der monatlichen Zahlungen erfolgt jeweils zum Beginn eines Halbjahres (01. Januar und 01. Juli ), erstmalig zum 01.01.2013.

 

Zu 4. Welche Investitionskosten sind in den letzten 3 Jahren in diese Standorte geflossen?

An der Schule am Sandsteinweg sind seitens der SE FM/ FB Hochbau keine Kosten entstanden.

Auf dem Gutshof Britz sind im Rahmen der Kulturstandortsentwicklung und der Neugestaltung des denkmalgeschützten Ensembles umfangreiche Investitionen getätigt worden. Auf dem schadstoffbelasteten ehemaligen verpachteten Gelände mit den maroden Gebäuden und Gewächshäusern entstanden für die Haltung der unter Punkt 2 genannten Tiere Stallungen und eingezäunte Grün- und Freiflächen.
Die Investitionskosten für diese Arbeiten einschl. aller Gewerke des Hochbaus, sowie der flankierenden Maßnahmen des Fachbereichs Grün- und Freiflächen betragen rd. 500 T €.

Im Volkspark Hasenheide werden in 2012 für die Herstellung der Futterküche rd. 40.000 € aufgewendet (bereits vom FB Grün benannt).

 

Zu 5. Wie viel Personal wird dabei eingesetzt, und wie viel davon ist ausgebildetes Fachpersonal?

Auf dem Gutshof Britz sind zwei gelernte Tierpfleger von der USE eingesetzt, die von durchschnittlich zwei Mitarbeiter/innen aus den Förderprogrammen der USE/BUS (Bildung, Umschulung, Soziales gGmbH, einem Tochterunternehmen der USE) unterstützt werden.

Im Tierpark Hasenheide werden die Tiere von insgesamt drei gelernten Tierpflegern, die von der USE hierfür eingesetzt sind, gepflegt. Unterstützt werden die Tierpfleger von durchschnittlich 16 Mitarbeiter/innen aus Förderprogrammen der USE/BUS.

An den anderen Standorten ist angelerntes Personal tätig.

 

Zu 6. Wie wird die artgerechte Haltung der Tiere sichergestellt (gibt es fachkundige Aufsicht, Leitlinien für die artegerechte Tierhaltung)?

Für die Schule am Sandsteinweg und auf dem Gutshof Britz wurde vom Ordnungsamt/Veterinäramt - Amtstierarzt/ärztin eine Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Nr. 2a des Tierschutzgesetzes zum Halten und zur Schau stellen von Haus-Tieren erteilt. Im Rahmen dieser Regelung ist der verantwortliche Tierpfleger für die jeweilige Einrichtung benannt, der dafür Sorge zu tragen hat, dass die in der Genehmigung einzeln aufgeführten Nebenbestimmungen, insbesondere auch die tierschutzrechtlichen Nebenbestimmungen eingehalten werden, damit die artgerechte Tierhaltung sicher gestellt und dokumentiert ist/wird.

Im Tierpark Hasenheide ist über die Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Nr. 2a des Tierschutzgesetzes hinaus auch noch eine Genehmigung zum Betreiben eines Zoos gemäß § 42 des Bundesnaturschutzgesetzes von der Unteren Naturschutzbehörde erteilt worden. Dies ist hiefür erforderlich geworden, weil neben den Haustierrassen hier auch Wildtiere gehalten werden. Die USE stellt mit ihrem leitenden Tierpfleger die Einhaltung der Erlaubnis bzw. Genehmigung sicher, was durch den/die Amtstierarzt/ärztin bzw. Mitarbeitern/innen der Unteren Naturschutzbehörde regelmäßig, entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen, begutachtet und geprüft wird.

 

Zu 7. Gibt es Pläne für die Erweiterung des Tierbestands/der Tiergehege?

Auf dem Gutshof Britz werden ab dem Frühjahr 2013 wahrscheinlich noch zwei Kutschpferde stationiert.

Gemäß dem mit der USE abgeschlossenen Nutzungsvertrag für den Tierpark Hasenheide zum Zwecke der Entwicklung einer naturkundlichen Bildungs- und Begegnungsstätte mit einem hierin integrierten Museum Hasenheide, zur Entwicklung eines Naturlehrpfades und zur Biotoppflege und Biotopentwicklung mit gewässerkundlichen Führungen, sind noch konzeptionelle Erweiterungen des Tierbestandes geplant. Die Zielgruppe dieser Maßnahmen sollen in erster Linie junge Menschen sein, denen heimische Tierarten, eingebürgerte Tierarten (Neozooen), Haustiere aus „aller Welt“, heimische Vögel und die heimische Pflanzenwelt „erlebbar“ gemacht, Verständnis für die Natur geweckt sowie der hautnahe Kontakt zu Flora und Fauna mit allen Sinnen hergestellt werden. Dies konnte in vielen guten Ansätzen begonnen und teilweise bereits umgesetzt, jedoch noch nicht abgeschlossen werden. Diesbezügliche Veränderungen und/oder Erweiterungen des Tierbestandes sind angedacht.

 

Buschkowsky

Bezirksbürgermeister

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Die Anfrage inkl. Antwort und Anlage können Sie hier auch als PDF-Dokument (ca.  240 KB) herunterladen.