Geschichtliche Aufarbeitung der Woermannkehre

100 Jahre nach dem formalen Ende des deutschen Kolonialismus werden in Neukölln noch immer deutsche Kolonialakteure geehrt. Ein Beispiel ist die Woermannkehre in Britz: Namensgeber ist der Kaufmann und Reeder Adolph Woermann (1847-1910), bekannt für die Brutalität seiner „Schutztruppen“, für die rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter*innen auf seinen Plantagen in Kamerun sowie in seinem Zwangsarbeitslager im heutigen Namibia. „Dass der Bezirk Neukölln und die Stadt Berlin Woermann heute noch immer mit einem Straßennamen würdigen, ist ein unhaltbarer Zustand“, so die grüne Bezirksverordnete Samira Tanana. In einem Antrag (1528/XX) bittet die Grüne Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln am 30.10.2019 das Bezirksamt im Dialog mit Bürger*innen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen eine geschichtliche Aufarbeitung des Straßennamens zu initiieren. Die Chance soll genutzt werden, um eine Schwarze Person – insbesondere eine Frau – des antikolonialen oder antirassistischen Widerstands in Afrika oder Deutschland zu würdigen.