Termin: 16:15 Uhr

Britz und die Hufeisensiedlung sind bunt - aber nicht braun!

Ort: Innenring der Hufeisensiedlung in Britz

Nachdem sich seit einiger Zeit leider auch in Britz die Aktivitäten und auch Anschläge (!) von Rechtsextremen gegen Anwohner_innen häufen, setzen diese sich nun vermehrt zur Wehr: vor kurzen wurde das Aktionsbündnis Britz gegen Neonazis gegründet, das sich zum Ziel gesetzt hat, diesem braunen Unwesen etwas entgegenzusetzen. Daher wird es am kommenden Donnerstag, den 20. Dezember ab 16:15 Uhr rund um die Hufeisenseidlung eine Menschen- und Lichtekette geben, die ein für alle mal klarstellt: Britz und die Hufeisensiedlung sind bunt - aber nicht braun!

Bündnis 90/Die Grünen Neukölln sind Mitglied im Aktionsbündnis Britz gegen Neonazis und rufen gemeinsam mit allen überzeugten Demokrat_innen zur Teilnahme an der Lichterkette in der Hufeisensiedlung auf. Zeigen wir diesen Unbelehrbaren, dass sie hier nicht erwünscht sind! Nicht in Rudow, nicht in Britz, nirgendwo in Neukölln!

Der Flyer mit dem nachfogenden Aufruf kann auch hier heruntergeladen (PDF-Datei, ca.960 KB) und weiterverschickt werden.

Aufruf zur Menschen- und Lichterkette rund um das Hufeisen am Donnerstag, den 20. Dezember 2012 um 16:15 Uhr

Liebe Nachbar_innen, Bürgerinnen und Bürger,

gemeinsam mit möglichst vielen Menschen wollen wir Position gegen die seit einiger Zeit vermehrt auftretenden Aktivitäten der extremen Rechten in Britz beziehen. Mit einer Menschen- und Lichterkette soll deshalb ein symbolischer Kreis um das Hufeisen gezogen werden.

Ziel ist es, uns öffentlichkeitswirksam gegen eine Entwicklung zu stellen, die niemanden unberührt lassen kann: Brandanschläge, eingeschlagene Scheiben, Drohanrufe, brutale Prügelattacken sowie Nazipropaganda durch Aufkleber und Plakate im Umfeld der Schulen. Das können und dürfen wir nicht zulassen.

Wir müssen zeigen, dass Britz kein Betätigungsfeld der Antidemokraten ist und solche Aktivtäten hier nicht geduldet werden. Das „Aktionsbündnis Britz gegen Neonazis“ geht quer durch die Gesellschaft. Es setzt sich aus Britzer Bürger_innen, demokratischen Parteien, politischen Organisationen, Schulen, öffentlichen Einrichtungen, Gewerkschaften, Vereinen, Verbänden, Museen, Kirchen und vielen mehr zusammen.

Unter dem Motto „Britz und die Hufeisensiedlung sind bunt - aber nicht braun!“ rufen wir dazu auf, uns am 20. Dezember um 16:15 Uhr im Innenring des Hufeisens zu treffen.

Zieht Euch warme Sachen an, kommt alle, zeigt Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt und gebt ein Signal, dass die Neonazis hier nicht erwünscht sind! Dieses Thema betrifft uns alle!

Im Anschluss gibt es einen kleinen Umtrunk für Groß und Klein. Wir hoffen auf Euer aller erscheinen!

 

Die traurige Chronologie der Ereignisse

27. Juni 2011 · Rechtsextremisten setzen das Anton-Schmaus-Haus (ASH), Kinder- und Jugendzentrum der SJD-Die Falken Neukölln, in Brand, in dem nur einen Tag zuvor eine Kindergruppe übernachtete. Es entsteht ein Sachschaden von über 200.000 Euro.

13. September 2011 · Neonazis bedrohen Anwohner_innen der Hufeisensiedlung, die von den Rechtsextremen verteilte NPD-Wahlwerbung nicht annehmen wollen.

9. November 2011 · Am Jahrestag der „Reichspogromnacht“ (ein von Rechtsextremisten für Anschläge geschätztes symbolisches Datum), erfolgte der zweite Brandanschlag auf das ASH – nur kurz vor der geplanten Wiedereröffnung. Der Schaden ist erneut erheblich und macht die Nutzung für längere Zeit unmöglich.

19. November 2011 · In einem Haus in der Hufeisensiedlung werden mehrere Fenster mit großen Steinen eingeworfen. Im Haus schlafen zum Tatzeitpunkt zwei Kinder. Die Tat steht im Zusammenhang mit einer Bedrohung durch Neonazis im September (siehe Eintrag 13. September), da die Bewohner_innen die Annahme von NPD-Wahlwerbung verweigert hatten.

10. Januar 2012 · Ein Vater geht mit seinen zwei Kindern durch die Hufeisensiedlung und entfernt auf dem Weg zur U-Bahn NPD-Aufkleber. Er wird von zwei jungen Rechtsextremisten verfolgt und flüchtet sich in ein Restaurant.

3./4. Juni 2012 · Am Haus einer Familie aus der Hufeisensiedlung wird ein Briefkasten mit Pyrotechnik gesprengt.

17./18. Juli 2012 · Am U-Bhf Parchimer Allee wird ein Imbiss mit rassistischen, neonazistischen Parolen und NS-Symbolen besprüht. Entlang der Parchimer Allee Richtung Buschkrugallee werden NPD-Plakate mit rassistischem Inhalt geklebt. Erneut wird das Haus einer Familie in der Hufeisensiedlung Anschlagsziel.

23. August 2012 · Ein Schüler der Fritz-Karsen-Schule und Gruppenleiter der Falken Neukölln wird in der Fritz-Reuter-Allee von Neonazis zusammengeschlagen und erleidet Verletzungen. Ihm wird gedroht.

15. September 2012 · Nach einem Kiezspaziergang mit vielen Bürgerinnen und Bürgern, bei dem Naziaufkleber in der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung beseitigt wurden, erhält eine Teilnehmerin einen Drohanruf: „Hier spricht der Faschistische Wiederstand, so etwas wie Dich hätten wir früher vergast. Wir sind überall. Nicht nur in Britz!“ Es folgen weitere derartige Anrufe.

9. Oktober 2012 · In der Nacht werden mehrere Anschläge in Berlin von Rechtsextremen durchgeführt. Unter anderem wird der Zaun des Anton-Schmaus-Hauses mit Hetzparolen wie „Ihr interessiert uns brennend“, Hakenkreuzen und vielem mehr besprüht. An der Bibliothek Britz Süd finden sich SS-Zeichen, der Gehweg in der Gutschmidtstraße wird mit neonazistischen Parolen besprüht. Auch die Familie in der Hufeisensiedlung wird erneut angegriffen. Scheiben ihres Hauses werden eingeschmissen. In der Dörchläuchtigstraße wird der Gedenkstein für Erich Mühsam mit NS-Symbolen besprüht. Fast alle Schmierereien werden mit derselben Sprühfarbe durchgeführt, die auch beim Angriff auf ein Asylbewerberheim in Waßmannsdorf verwendet wurde. Hier wurde „Rostock ist überall“ aufgesprüht. In Rostock steckten vor 20 Jahren Rassist_innen ein Flüchtlingsheim in Brand.

10. Oktober 2012 · Innensenator Henkel ordnet nach politischem Druck einen Polizeischutz für das Kinder- und Jugendzentrum an.

WIR FINDEN : JETZT REICHT ES !

9. November 2012 · Ergänzend zum Schutz durch Zivilpolizisten und in Reaktion auf die sich jährende „Reichspogromnacht“ versammeln sich in der Nacht spontan mehrere Anwohnergruppen und gehen vor dem Haus der betroffenen Familie in der Hufeisensiedlung demonstrativ die ganze Nacht hindurch spazieren. Das setzt ein Zeichen und sagt: „So nicht - Wir achten aufeinander!“

Hier der Ablaufplan für Donnerstag, den 20. Dezember:

  • 15:45 h - Treffen der Schüler_innen auf ihren Schulhöfen
  • 16:15 h - Treffpunkt im Hufeisen für alle Organisationen und Anwohner_innen
  • 16:30 h - Der oder die „Kreise“ werden geschlossen (auf dem Weg um den Teich im Hufeisen)
  • 16:45 h - Bälle rollen (auf den Händen der „Kreise“)
  • 17:00 h - kurze Ansprache von zwei Schüler_innen
  • 18:00 h - Veranstaltung an der Treppe im Hufeisen (Diskussion, Reden)
  • 19:00 h - offizielles Ende

 

Hinter diesem Aufruf stehen:

  • Anwohner_innen aus der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung
  • Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz e.V.
  • Fritz-Karsen-Schule und Förderverein
  • SJD-Die Falken KV Neukölln
  • Bündnis 90/Die Grünen Neukölln
  • IG-BAU Neukölln
  • SPD Britz
  • CDU Britz
  • Die Linke
  • DKP Neukölln
  • Jusos Neukölln
  • AfA-Neukölln
  • IG-Metall Süd
  • EVG Berlin
  • VVN-BdA e.V. Neukölln
  • Aktionsbündnis Rudow
  • Bündnis Neukölln
  • Museum Neukölln
  • Kirchen
  • weitere Schulen und Organisationen

Mit freundlicher Unterstützung durch die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (mbr)