Termin: 19:00 Uhr

Bericht vom Kiezgespräch "Jugendarbeit im Bezirk - wie weiter nach den Streichungen?"

Am Montag, den 15. August 2011, fand in der WerkStadt Berlin in der Emserstraße 124 ein weiteres grünes Kiezgespräch zur Situation in der Neuköllner Jugendarbeit nach den durch die SPD initiierten Kürzungen statt. Über die willkürlichen Haushaltssperren im Jugendressort, durch die kommunale Einrichtunge kaputt gespart und kompetente Sozialarbeiter_innen aus dem Bezirk vertrieben werden, diskutierten die Neuköllner Jugendstadträtin Gabi Vonnekold und Bernd Szczepanski, der BVV-Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln, mit interessierten Anwohner_innen. Moderiert wurde das Gespräch von Susanna Kahlefeld, der grünen Direktkandidatin im Wahlkreis 2.

Nach den Eingangsstatements der Teilnehmer_innen auf den Podium wurde die Diskussion für die ganze Runde eröffnet, in deren Verlauf mehrfach die Missachtung der Straßensozialarbeit durch manche Leute beklagt wurde. Jugendstadträtin Vonnekold wies dagegen auf deren große Bedeutung hin: Auf der Straße wird eine qualifizierte und engagierte Arbeit gemacht, die die Jugendlichen wirklich erreicht. Ein weiteres Thema war auch die schlechte Situation der Sozialarbeiter_innen, deren Arbeit in der Diskussion um die Kürzungen als nur freiwillige Leistung und somit als Luxus und Spielerei dargestellt wurde. Zum Einen sind auch diese freiwilligen Leistungen eine Pflichtaufgabe der Kommunen, zum Anderen sind es die Sozialarbeiter_innen, die den Jugendlichen Perspektive, Räume zur Entwicklung und Halt geben. Das ist echte Knochenarbeit, ein pünklicher Feierabend ist dabei die absolute Ausnahme.

Jugendstadträtin Gabi Vonnekold sieht Möglichkeiten, durch Umschichtungen den Freien Trägern wieder längerfristige Verträge zu geben, wie es vor Jahren schon einmal der Fall war. Nachhaltige Arbeit ist langfristig gesehen auch wieder günstiger - ein sich selbst verstärkender Prozess könnte so in Gang gesetzt werden. Es fehlt der SPD, wie sie bei den Kürzungsbeschlüssen bewiesen hat, jedoch offensichtlich an dem dafür notwendigen langfristig angelegten haushaltspolitischen Sachverstand.