Aufruf zur Solidaritätskundgebung nach Anschlagsserie in Treptow-Köpenick

In letzter Zeit kam es erneut zu mehreren rechtsextremistischen Übergriffen in unserem Nachbarbezirk Treptow-Köpenick. Neben gezielten Angriffen auf das Wohnhaus des Sprechers des dortigen Bündnisses für Demokratie und Toleranz wurden auch das Büro der Jusos im Bezirk, das Wohnhaus des Vizevorsitzenden der Berliner Jusos sowie ein linksalternatives Café attackiert.

Aus diesem aktuellen Anlass rufen das Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick sowie andere zivilgesellschaftliche Gruppen auf zu einer Solidaritätskundgebung für die Betroffenen am kommenden Montag, den 27. August 2012 um 17:30 Uhr am S-Bahnhof Schöneweide/Cajamarcaplatz.

Bündnis 90/Die Grünen Neukölln verurteilen diese Anschläge ebenfalls aufs Schärfste und schließen sich dem Aufruf an. Lassen Sie uns gemeinsam mit allen demokratischen Kräften ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft setzen!

Pressemitteilung des Zentrums für Demokratie Treptow-Köpenick:

Nach einem erneuten neonazistischen Anschlag und Einschüchterungsversuche rufen Zivilgesellschaft, Parteien und antifaschistische Gruppen zu einer Solidaritätskundgebung am Montag, den 27. August um 17.30 Uhr am S-Bahnhof Berlin-Schöneweide auf.

In der Nacht zu Mittwoch wurden Scheiben des Wohnhauses von Hans Erxleben im Ortsteil Adlershof durch Steinwürfe zerstört. Außerdem wurde der Briefkasten durch Böller zerstört. Erxleben ist Sprecher des bezirklichen Bündnisses für Demokratie und Toleranz und sitzt in der Bezirksverordnetenversammlung von Treptow-Köpenick. Bereits in der Nacht zum 1. August wurde das Wohnhaus des Vizelandesvorsitzenden der Berliner Jusos, Nico Schmolke, mutmaßlich von Neonazis angegriffen. Auch am linksalternativen „Café/ Haus der Jugend Köpenick“ wurde Anfang Juni der Briefkasten zerstört. Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist die SPD im Fokus der extrem rechten Szene: In der Nacht zu Mittwoch wurde erneut das örtliche Büro der SPD-Jugendorganisation Jusos in Oberschöneweide mit einer Eisenstange attackiert, nachdem schon am Montagvormittag, 20. August, ein Mann mit einer Eisenstange den Eingang des Büros beschädigte.

Kati Becker vom Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick: „Die Anschläge machen mich wütend. Die Neonazis versuchen in Treptow-Köpenick politisch Engagierte einzuschüchtern, in dem sie Einzelne terrorisieren. Es muss jetzt ein deutlichen Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen gesetzt werden und gleichzeitig deutlich gemacht werden, dass Neonazis in Schöneweide ein berlinweites Problem sind. Dringend erforderlich ist daher nicht nur die Solidarität durch die Landespolitik, sondern pragmatische und langfristige Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Arbeit vor Ort durch den Berliner Senat.“

Die Berliner Jusos fordern unterdessen die „Einsetzung einer Task-Force, da die Situation mit herkömmlichen Ermittlungsmethoden offenkundig nicht verbessert werden kann. Die Sicherheit derer, die sich gegen Rechts engagieren, muss uneingeschränkt gewährleistet sein.“

Helga Seyb von ReachOut, der Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt: „Wir beobachten besonders im Süden und im Südosten der Stadt das gleiche System des Terrors gegen Nazigegner_innen und Menschen, die als nicht hierher gehörig definiert werden. Das muss von allen Zuständigen endlich ernst genommen werden und als ein Phänomen wahrgenommen werden. Es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern um fortgesetzte geplante Vertreibungsaktivitäten. Die Betroffenen brauchen alle Unterstützung.“

Die Solidaritätskundgebung für die Betroffenen findet am Montag, 27. August 2012 um 17.30 Uhr am S-Bahnhof Berlin-Schöneweide/ Cajamarcaplatz statt.

Kontakt:
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick: Tel: 030/654 87 293 oder 01520/442 57 46, Email: zfdtk(at)t-online.de
ReachOut: Sabine Seyb, Tel.: 030/695 68 339, Email: info(at)reachoutberlin.de