Termin: 09:30 Uhr

NS-Verherrlichung stoppen! Kein Heß-Gedenkmarsch in Spandau am 18.08.2018

Wir unterstützen den Aufruf des Berliner Bündnisses gegen Rechts:

NS-Verherrlichung stoppen! Kein Heß-Gedenkmarsch in Spandau am 18.08.2018

Neonazis wollen am Samstag, den 18. August 2018, durch Spandau marschieren und den größten Nazi-Aufmarsch Deutschlands durchführen. Letztes Jahr kamen 1.300 Neonazis nach Berlin, dieses Jahr ist weit mehr zu rechnen. Anlass ist der 31. Todestag von Rudolf Heß, der sich am 17. August 1987 im Kriegsverbrechergefängnis der Alliierten in Berlin-Spandau das Leben nahm. Wir sagen: NS-Verherrlichung stoppen! Kein Heß-Gedenkmarsch in Berlin!

Der Todestag von Rudolf Heß entwickelte sich seit seinem Tod zum alljährlichen “Jour fixe” der deutschen und europäischen Nazi-Szene. Der angebliche „Friedensflieger“ und bis 1941 Stellvertreter Hitlers wurde zur Symbolfigur von alten und neuen Nazis. Sofort wurde das Gerücht in Umlauf gebracht, Heß sei von den Alliierten umgebracht worden. Schon im Jahr 1990 marschierten über tausend Jung- und Altnazis durch Wunsiedel, wo sich bis 2011 dessen Grab befand.

In seinen Schlussworten bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, sagte Rudolf Heß, dass er “nichts bereue” und das er als Nationalsozialist ein treuer “Gefolgsmann” des Führers war. Diese Worte brachten ihn folgerichtig bis zu seinem Lebensende in das Gefängnis. Sie spiegeln aber auch das Selbstbild und Selbstverständnis heutiger Neonazis wieder. “Rudolf Heß – Märtyrer des Friedens”: unüberhörbar hallte diese geschichtsklitternde, NS-verherrlichende Parole viele Jahre durch das kleine oberfränkische Provinzstädtchen Wunsiedel.

Das neonazistische Gedenken an Rudolf Heß stellt somit ein Teil einer genuin national-sozialistischen Erlebniswelt dar. Es sollen Traditionslinien zu Personen und Ereignissen aus der Zeit der Nationalsozialismus geschaffen werden. Täter und Täterinnen sollen zu Opfern umgelogen, die deutsche Geschichte soll umgedeutet werden. Es gibt jedoch keinen positiven Bezug auf die verbrecherische deutsche Vergangenheit des Nationalsozialismus. Es kann und darf nicht sein, dass die alten und neuen Nazis durch Spandau marschieren. Ein Aufmarsch ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer von Nazis und Neonazis. Aus dem Grund heißt es: antifaschistischer Widerstand am 18.08. in Spandau!

*NS-Verherrlichung stoppen! Kein Heß-Gedenkmarsch in Spandau!*

*Anreisepunkte*

  • 9:30 Uhr Alexanderplatz (Eingang Fernsehturm)
  • 9:30 Uhr Hermannplatz
  • 9:30 Uhr TU Hauptgebäude (Fahrradanreise)

Mehr Infos gibt es hier.